Die Dark Pictures Anthology: Eine Übersicht
Die Dark Pictures Anthology von Supermassive Games umfasst fünf eigenständige Horror-Titel, in denen Spieler:innen durch ihre Entscheidungen den Verlauf der Handlung beeinflussen. Jedes Spiel bietet einzigartige Charaktere, düstere Atmosphären und unerwartete Wendungen. Doch welches der Spiele überzeugt am meisten? Hier unsere Rangliste – ohne Until Dawn, The Quarry oder The Casting of Frank Stone, da diese nicht zur Anthologie gehören.
Platz 5: The Devil in Me
The Devil in Me erinnert an einen Slasher-Film à la Ryan Murphy: Zunächst wird die Nostalgie des Genres bedient, bevor die Handlung in eine andere Zeitebene springt. Doch das Spiel leidet unter schwachen Charakteren, einer langsamen Erzählweise und einer fragwürdigen Verherrlichung realer Serienmörder. Die Erkundung wurde zwar im Vergleich zu früheren Titeln verbessert, doch die meisten Entscheidungen basieren auf dem Besitz bestimmter Gegenstände – ein Trial-and-Error-Prinzip, das frustrierend wirkt. Das Spiel fühlt sich an wie ein blutiges Spektakel, das möglichst viele Todesarten präsentiert, ohne dass die Charaktere dabei Bedeutung erlangen.
Platz 4: Man of Medan
Man of Medan setzt auf ein klassisches Horror-Setting: ein verfluchtes Schiff. Doch trotz des vielversprechenden Konzepts scheitert das Debüt der Anthologie an zwei entscheidenden Punkten. Die Charaktere sind langweilig, die Atmosphäre schwach, und der Fokus auf Jumpscares in einer ansonsten langsamen Handlung macht es schwer, sich zu engagieren. Die Enthüllung am Ende ändert die Perspektive auf das gesamte Spiel – zum Nachteil. Mit seiner simplen Steuerung und übermäßigen Nutzung von Schockmomenten ist Man of Medan der schwächste Titel der Reihe – verständlich als erster Versuch, aber dennoch enttäuschend.
Platz 3: Little Hope
Little Hope beginnt als verwirrendes Zeitreise-Abenteuer, das Spieler:innen zwischen mehreren Zeitebenen hin- und herwirft. Doch die Handlung wird zunehmend unübersichtlich und endet in einer verwirrenden Auflösung. Die Mischung aus psychologischem Horror und übernatürlichen Elementen wirkt inkonsistent. Während die Idee vielversprechend war, scheitert das Spiel an einer klaren Erzählstruktur. Dennoch bietet es einige starke Momente, die es knapp vor Man of Medan platzieren.
Platz 2: House of Ashes
House of Ashes überzeugt mit einer packenden Mischung aus Action und Horror. Die Handlung folgt einem Team von Soldaten, die in einer uralten mesopotamischen Stätte gefangen sind – und von einer mysteriösen Kreatur gejagt werden. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, die Atmosphäre bedrückend, und die Entscheidungen haben spürbare Konsequenzen. Die Balance zwischen Spannung und Story gelingt hier besonders gut. Einer der stärksten Titel der Anthologie.
Platz 1: Directive 8020
Directive 8020 setzt neue Maßstäbe: Die Handlung spielt in einer dystopischen Zukunft, in der Spieler:innen als Geheimagent:in gegen eine undurchsichtige Organisation kämpfen. Die Charaktere sind tiefgründig, die Handlung komplex, und die moralischen Entscheidungen haben langfristige Auswirkungen. Die Atmosphäre ist düster, die Action intensiv, und die Twists halten bis zum Ende an. Directive 8020 ist nicht nur der beste Titel der Anthologie, sondern auch ein Meilenstein des interaktiven Storytellings.
Fazit: Welches Dark Pictures-Spiel ist das beste?
Die Dark Pictures Anthology hat sich von einem vielversprechenden Debüt zu einer der besten Horror-Serien im Gaming entwickelt. Während The Devil in Me und Man of Medan mit Schwächen kämpfen, überzeugen House of Ashes und Little Hope mit starken Ideen – doch Directive 8020 sticht als absoluter Höhepunkt heraus. Wer interaktiven Horror mit tiefgründigen Charakteren und packenden Entscheidungen sucht, sollte hier beginnen.
„Die Dark Pictures Anthology beweist, dass interaktive Horror-Erlebnisse mehr sind als nur Jumpscares – sie sind eine Reise durch moralische Grauzonen.“