Die San Antonio Spurs nutzten ihre Heimstärke und glichen die Serie gegen die Minnesota Timberwolves mit einem überzeugenden 133:95 aus. In der zweiten Partie nach der Niederlage im ersten Spiel der Best-of-Serie dominierten die Texaner eindrucksvoll. Kein Spieler der Gäste erreichte mehr als zwölf Punkte, und alle 14 eingesetzten Minnesota-Spieler wiesen eine negative Plus/Minus-Bilanz auf. Anthony Edwards kommentierte die Niederlage mit den Worten:
"Meine Mutter sagte immer: Ein harter Kopf macht einen weichen Hintern. Genau das ist heute passiert."
Während die Stars der Spurs in den Playoffs bisher oft unsichtbar blieben, sorgte ein Rookie für Furore: Dylan Harper. Nach sieben Spielen in der Postseason ist es Zeit, über den vielseitigen Neuling zu sprechen.
Harper steuerte in Spiel 2 elf Punkte, sieben Rebounds, fünf Assists und zwei Steals bei. Doch seine Statistik erzählt nur einen Teil der Geschichte. Wer ihn spielen sieht, zweifelt an vermeintlichen Dynastien, fragt sich, warum andere Teams so viele All-NBA-Spieler beschäftigen – oder warum die NBA-Ligen nicht längst gegen die Spurs vorgeht, die mit Harper einen weiteren Top-Ballhandler erhalten haben.
Harper ist einfach gut – in allem. Er weiß stets, wo er sein muss, selbst wenn er mit mindestens einem weiteren Point Guard auf dem Feld steht. Obwohl er weniger erfahren ist als Stephon Castle oder De'Aaron Fox, übertrifft er beide im Wurf. Das macht ihn zu einer ständigen Bedrohung: Er nutzt verschobene Abwehrformationen, bewegt sich hinter dem Spielgeschehen und ermöglicht so seinen Teamkollegen, durch die gegnerische Defense zu brechen.
Sein Talent ist noch nicht so ausgereift wie das seiner Mitspieler, doch es ist deutlich vielseitiger. Besonders auffällig ist seine wachsende Sicherheit von der Dreierlinie, wo er mit jedem Monat zielstrebiger trifft. Als Hilfeverteidiger stört er regelmäßig gegnerische Passwege, ohne die schwache Seite der Spurs zu gefährden – eine Leistung, die angesichts von Victor Wembanyamas Präsenz auf dieser Position kaum möglich scheint. Vor allem in der Transition zeigt Harper sein wahres Potenzial: Gibt man ihm Tempo, beendet er die Aktion gegen jeden Gegner. Seine Fähigkeit, im Fast Break zu punkten, war bereits in seinem NBA-Debüt gegen die Dallas Mavericks im Oktober erkennbar und hat sich seither weiter verbessert.