EU-Kommission fordert mehr Wettbewerb im Suchmaschinenmarkt
Die Europäische Kommission hat neue Maßnahmen gegen Google vorgeschlagen, um dessen Suchmaschinenmonopol zu brechen. Konkret soll Google Wettbewerbern Zugang zu wichtigen Suchdaten gewähren – darunter Ranking-, Abfrage-, Klick- und Ansichtsdaten. Diese Daten sollen unter fairen und diskriminierungsfreien Bedingungen bereitgestellt werden.
Hintergrund: Digital Markets Act und Googles Marktmacht
Seit März 2024 gilt der Digital Markets Act (DMA), der große Tech-Konzerne wie Google zu mehr Wettbewerb verpflichtet. Doch die EU-Kommission sieht Google weiterhin in der Pflicht: Im März 2025 wurden vorläufige Vorwürfe erhoben, dass Google Search und der Play Store die DMA-Vorgaben nicht ausreichend erfüllen. Google hatte zwar Änderungen an der Darstellung von Suchergebnissen vorgenommen, doch die Regulierungsbehörde fordert nun tiefgreifendere Maßnahmen.
Googles Datenschutz-Bedenken und rechtliche Gegenwehr
Google kritisiert die Pläne scharf. Clare Kelly, Senior Competition Counsel des Unternehmens, erklärte:
„Hunderte Millionen Europäer vertrauen Google sensible Suchanfragen an – etwa zu Gesundheit, Familie oder Finanzen. Die Pläne der Kommission würden uns zwingen, diese Daten an Dritte weiterzugeben, und das mit unzureichenden Datenschutzmaßnahmen. Wir werden uns gegen diesen Eingriff wehren, der über den ursprünglichen Auftrag des DMA hinausgeht und die Privatsphäre der Nutzer gefährdet.“
Nächste Schritte: Konsultation und finale Entscheidung
Die EU-Kommission sammelt bis zum 1. Mai 2025 Stellungnahmen zu den vorgeschlagenen Maßnahmen. Eine endgültige, verbindliche Entscheidung wird bis zum 27. Juli 2025 erwartet. Bis dahin dürften intensive Verhandlungen zwischen Google und den Behörden folgen.
Was bedeutet das für Nutzer und Wettbewerber?
Falls die Pläne umgesetzt werden, könnten kleinere Suchanbieter bessere Chancen erhalten, mit Google zu konkurrieren. Kritiker befürchten jedoch mögliche Datenschutzrisiken und eine Schwächung der Nutzerkontrolle über persönliche Daten.
- Für Wettbewerber: Potenziell bessere Marktchancen durch Zugang zu Suchdaten.
- Für Nutzer: Unklarheit über Datenschutzstandards bei der Weitergabe sensibler Suchanfragen.
- Für Google: Rechtliche Auseinandersetzungen und mögliche Anpassungen des Geschäftsmodells.