Als ich erstmals von InKonbini: One Store Many Stories hörte, dachte ich an einen entspannten Lebenssimulator rund um einen japanischen Convenience Store. Doch schnell wurde mir klar: Es geht weniger um Simulation, sondern um das Gefühl, die Stimmung und die Menschen, die in den späten Abend- und frühen Morgenstunden auftauchen. Fast wie ein Anime oder Manga, der einen Ausschnitt des Lebens einfängt.

Doch wer auf komplexe Management-Elemente, tiefere Spielmechaniken oder Konsequenzen hofft, könnte enttäuscht sein. Die Protagonistin Makoto verbringt eine Woche vor Studienbeginn in der Stadt – nicht zum Ausruhen, sondern um ihrer Tante Hina einen Gefallen zu tun. Sie übernimmt vorübergehend die Schicht im Honki Ponki-Laden, einem kleinen, wenig frequentierten Geschäft. Hier hat sie Zeit, die nächtlichen und morgendlichen Besucher kennenzulernen und zu verstehen, warum dieser Ort und die Arbeit für Hina so bedeutend sind. Gleichzeitig zeigt das Spiel, wie wichtig die Dienste eines Convenience Stores und seiner Mitarbeiter für die Gemeinschaft sein können.

Ein Spiel über Momente und Begegnungen

InKonbini ist kein klassischer Lebenssimulator, sondern ein Erlebnis mit Visual-Novel-Elementen, das auf Atmosphäre und das Einfühlen in die Situation setzt. Jede Schicht beginnt mit Makoto, die über die aktuelle Situation, das Wetter oder nostalgische Gedanken sinniert. Bevor der Laden öffnet, kann sie Notizen des Tagservice lesen, Regale auffüllen, Lieferungen bearbeiten oder umsortieren. Selbst kleine Details in Lager und Personalraum bergen manchmal versteckte Hinweise oder Geheimnisse.

Kundenbegegnungen als Herzstück

Sobald die ersten Kunden eintreffen, entfaltet sich das Spiel wie eine Visual Novel. Ein Besucher betritt den Laden, wird begrüßt – manchmal mit einem Rückbezug auf ein früheres Gespräch. Er oder sie schlendert durch die Gänge, bittet um Produktempfehlungen oder Hilfe bei der Auswahl. Makoto muss dann in den Regalen oder im Lager nachschauen, Preise vergleichen und eine fundierte Entscheidung treffen. Oft erzählen die Kunden auch etwas über sich, woraufhin Makoto eine Meinung äußern oder Rat geben kann – was wiederum beeinflusst, wie sich die Situation entwickelt.

Am Ende des Gesprächs wird der Einkauf an der Kasse abgewickelt: Jedes Produkt wird gescannt, der Preis berechnet und das Wechselgeld korrekt herausgegeben. (Achtung: Satoshi besteht auf 25-Yen-Münzen für den Automaten!)

Danach heißt es warten – bis der nächste Gast kommt oder die Schicht endet. InKonbini: One Store Many Stories ist kein Spiel mit hohen Ansprüchen an Tiefe oder Konsequenzen. Stattdessen bietet es ein einfühlsames, atmosphärisches Erlebnis, das japanische Alltagskultur und zwischenmenschliche Momente in den Mittelpunkt stellt.

Quelle: Siliconera