Die Familie von Michael Jackson stellt sich hinter den neuen Biopic-Film "Michael" von Regisseur Antoine Fuqua und geht damit auf Distanz zu den harschen Kritiken, die der Film erhalten hat. TJ Jackson, Sohn von Tito Jackson und Neffe des verstorbenen Popstars, äußerte sich auf X (ehemals Twitter) mit klaren Worten:

"Ich gehe in wenigen Stunden ins Kino, um einen Film zu sehen, den ich schon mehrmals gesehen habe. Warum? Weil ich stolz bin. Ich würde mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, um von der mitreißenden Energie in diesem Kino zu profitieren. Mein Onkel hat das verdient, mein Cousin hat sich das verdient, und seine treuen Fans haben es verdient. Die Welt wird daran erinnert oder erfährt, wer MJ wirklich war – und ich kann es kaum erwarten!"

Die Reaktion folgt auf die überwiegend negativen Kritiken, die der Film nach seinem Kinostart erhalten hat. Auf Rotten Tomatoes liegt die Bewertung aktuell bei nur 35 Prozent. Von 124 zertifizierten Kritikern bewerteten fast zwei Drittel den Film negativ.

Familie Jackson wirft Medien vor, Narrativ zu kontrollieren

Taj Jackson, ein weiterer Neffe des Popstars, kritisierte in einem Post auf X die Medienberichterstattung scharf:

"Entschuldigt bitte, aber die Medien haben nicht mehr das Recht, das Narrativ darüber zu kontrollieren, wer Michael Jackson wirklich war. Die Öffentlichkeit darf diesen Film sehen … und sie wird selbst entscheiden. Und das könnt ihr nicht ertragen."

Die Familie Jackson betont, dass die Fans selbst die Möglichkeit haben sollten, den Film zu bewerten, statt sich auf die Meinungen von Kritikern zu verlassen.

Kontroverse um die Darstellung von Michael Jacksons Leben

Der Film "Michael" erzählt die Lebensgeschichte des "King of Pop", der zu den erfolgreichsten Musikern aller Zeiten zählt. Gleichzeitig vermeidet das Drehbuch von John Logan jedoch eine Auseinandersetzung mit den später erhobenen Vorwürfen des Kindesmissbrauchs gegen Jackson. Dies führte zu einer polarisierten Diskussion über die Darstellung des Künstlers im Film.

Während einige Influencer den Film vorab positiv auf Social Media bewerteten, übten professionelle Kritiker deutliche Kritik. William Bibbiani vom Magazin TheWrap schrieb:

"Der Film druckt eine Legende und streicht alles, was diese Legende beeinträchtigen oder ablenken könnte. Obwohl einige Elemente der Produktion gelungen sind und die größten Erfolge des Popstars authentisch nachstellen, dient selbst das nur einem unvollständigen Narrativ – selbst die funktionierenden Teile sind kaum zu feiern."

Regisseur Antoine Fuqua verteidigt seine Position

Auch der Regisseur des Films, Antoine Fuqua, äußerte sich in einem Interview mit dem New Yorker zur Kontroverse. Er erklärte, er sei "nicht überzeugt" von den Vorwürfen gegen Michael Jackson. Fuqua sagte wörtlich:

"Manchmal tun Menschen schreckliche Dinge für Geld. Wenn ich Dinge über uns höre – besonders über Schwarze Menschen –, dann frage ich mich, warum diese Geschichten immer wieder auftauchen, obwohl es keine Beweise gibt."

Fuqua betonte, dass er den Film als Hommage an den Künstler sehe und nicht als dokumentarische Aufarbeitung seines Lebens. Die Familie Jackson unterstützt diese Sichtweise und sieht in dem Film eine Chance, die wahre Geschichte des Künstlers zu erzählen.

Fazit: Wer entscheidet über die Darstellung Michael Jacksons?

Während Kritiker den Film als unvollständig und zu einseitig bewerten, sehen die Familie Jackson und viele Fans darin eine würdige Hommage an den Popstar. Die Debatte zeigt einmal mehr, wie umstritten die Darstellung historischer Persönlichkeiten in Biopics sein kann – und wer letztlich das Recht hat, ihre Geschichte zu erzählen.

Quelle: The Wrap