Mehr als 250 Journalisten haben am Montag einen offenen Brief an die White House Correspondents’ Association (WHCA) geschickt. Darin fordern sie die Organisation auf, beim diesjährigen Dinner am Samstag eine klare Haltung gegen die Angriffe von Präsident Donald Trump auf die Pressefreiheit zu zeigen.
Prominente Unterstützer und Organisationen
Zu den Unterzeichnern gehören bekannte TV-Journalisten wie der ehemalige CBS-Anchorman Dan Rather, die ehemalige „Today“-Moderatorin Ann Curry und der frühere ABC-Nachrichtenmoderator Sam Donaldson. Auch Berufsverbände wie die Society of Professional Journalists, die National Association of Black Journalists und die National Press Photographers Association unterstützen die Initiative.
„Keine normalen Zeiten“ – Kritik an Trumps Medienpolitik
In dem Brief wird die Politik der Trump-Administration als „systematischer und umfassender Angriff auf die Pressefreiheit“ durch einen amtierenden US-Präsidenten bezeichnet. Trump wird am Samstag erstmals als amtierender Präsident am WHCA-Dinner teilnehmen – zusammen mit seiner Frau Melania und Regierungsvertretern wie Verteidigungsminister Pete Hegseth, der von CBS News eingeladen wurde.
„Es gibt eine lange Tradition, dass Präsidenten am WHCA-Dinner teilnehmen. Aber das sind keine normalen Zeiten. Dies kann nicht einfach ‚business as usual‘ sein, wenn die Presse einem Mann applaudiert, der sie täglich angreift.“
Organisiert wurde der Brief von den ehemaligen ABC-Journalisten Ian Cameron und Lisa Stark, wie die New York Times berichtet.
Forderungen an die WHCA
Die Unterzeichner fordern die WHCA auf, sich klar zur Verteidigung der Pressefreiheit zu bekennen. Dazu gehört eine öffentliche Stellungnahme während des Dinners sowie ein Versprechen, sich gegen Regierungsvertreter zu stellen, die „systematisch Krieg gegen Journalisten führen“. Die WHCA wurde zudem aufgefordert, eine Liste mit fast zwei Dutzend Angriffen Trumps und seiner Regierung auf Medienvertreter zu veröffentlichen.
Konkrete Vorwürfe gegen Trump
- Diffamierung von Journalisten als „Feinde des Volkes“
- Einschränkung des Zugangs zu Pressekonferenzen
- Versuche, Medien als „Lügenpresse“ zu diskreditieren
- Anfechtung von Presserechten vor Gericht
- Einflussnahme auf Berichterstattung durch Social-Media-Angriffe
Keine offizielle Reaktion bisher
Die WHCA äußerte sich zunächst nicht zu dem Brief. Auch das Weiße Haus reagierte nicht auf eine Anfrage der New York Times.