Ein KI-generiertes Wahlkampfvideo für den konservativen Bürgermeisterkandidaten Spencer Pratt sorgt aktuell für Aufsehen. Konservative Politiker und Meinungsmacher bezeichnen die Batman-inspirierte Werbung als „vielleicht die beste politische Werbung des Jahres“. Der KI-Filmer Charles Curran veröffentlichte das Video am Dienstag und zeigt eine dystopische Version Los Angeles’, die an Gotham City erinnert.

Eine Stadt im Chaos: Newsom, Harris und Bass als Symbolfiguren

In der surrealen Darstellung regieren überhebliche Aristokraten des 16. Jahrhunderts mit gepuderten Perücken die Stadt. Die Bürger werden in einen prunkvollen Ballsaal gezerrt – eine Anspielung auf die berüchtigten „Trial by Mob“-Szenen aus Christopher Nolans „The Dark Knight Rises“. Dort flehen sie die politische Führung an, die Obdachlosigkeit zu bekämpfen und die durch Brände zerstörten Wohnungen wiederaufzubauen.

Die KI-generierten Figuren zeigen unter anderem einen Bürger, der Hugh Jackman ähnelt. Die Antworten der Politiker fallen skurril aus: Gavin Newsom wird gezeigt, wie er einen Kuchen isst und auf die Bitte um Schutz vor Obdachlosen in Schulbezirken mit der Aussage reagiert: „Wenn du ein transgenderer Migrant wärst, könnte ich dir eine kostenlose Muschi besorgen.“

Kamala Harris, die im Video eine Flasche Schnaps leert, kommentiert trocken: „Bass hat das Verbrechen bereits gelöst. Ich unterstütze sie.“ Die ehemalige Vizepräsidentin hatte erst am Vortag ihre Unterstützung für die amtierende Bürgermeisterin Karen Bass bekannt gegeben. Bass selbst wird mit Joker-Schminke dargestellt.

Pratt als Retter in Gotham

Der Höhepunkt des Videos zeigt Spencer Pratt als Batman-ähnlichen Helden, der die Stadt rettet. Begleitet wird er von einem kleinen Jungen, der den ersten Tomatenwurf auf Karen Bass abschießt. Anschließend eskaliert die Situation in einer chaotischen Essensschlacht, untermalt von Calvin Harris’ Hit „Feel So Close“.

Reaktionen aus Politik und Medien

Der ehemalige Florida-Gouverneur Jeb Bush bezeichnete das 99 Sekunden lange Video in einem Post auf X als „vielleicht die beste politische Werbung des Jahres“. Der Autor und Journalist Walter Kirn, bekannt für sein Buch „Up in the Air“, sieht in dem Video die Zukunft politischer Werbung: „Ob man bereit ist oder nicht – das ist die Zukunft.“ Er hoffe zudem, dass Pratt die Wahl gewinne.

Auch der rechtspopulistische Medienunternehmer Clay Travis, Gründer von OutKick, lobte Pratts Werbekampagne in den höchsten Tönen. Obwohl Pratts Team betont, dass sie das Video nicht in Auftrag gegeben hätten, teilte der Reality-TV-Star die KI-Produktion auf seinen eigenen Social-Media-Kanälen.

Weitere KI-generierte Werbekampagnen

Curran, der für die Produktion das KI-Tool Seedance von ByteDance nutzt, gründete eigens für solche Projekte die Produktionsfirma Menace Studio. Pratts bisherige Kampagnen zeigen bereits Wirkung: Ein kürzlich veröffentlichtes Video mit dem Titel „They Not Like Us“ wurde an der Stelle seines abgebrannten Anwesens in den Palisades gedreht. Darin kontrastiert Pratt seine aktuelle Situation – er lebt mit seiner Familie in einem Airstream – mit den Wohnverhältnissen von Bass und der Mitbewerberin Nithya Raman. Er wirft ihnen vor, die von ihnen mitverursachten Probleme nicht selbst tragen zu müssen.

Die KI-generierten Werbespots polarisieren und werfen Fragen über Ethik und Transparenz in der politischen Kommunikation auf. Während einige die kreative Innovation feiern, kritisieren andere die zunehmende Verbreitung von Deepfakes und manipulierten Inhalten in Wahlkämpfen.

Quelle: The Wrap