Die Minnesota Vikings haben in der vergangenen Saison noch großzügig investiert, um aus dem 14-3-Ergebnis von 2024 den Sprung in den Super Bowl zu schaffen. Doch in diesem Jahr zieht das Team die Ausgaben deutlich zurück. Ein besonders auffälliger Schritt war der Trade des Defensive Ends Jonathan Greenard, statt ihm einen neuen Vertrag mit einem Durchschnittsgehalt von 25 Millionen US-Dollar pro Jahr anzubieten – obwohl die Topverträge der Liga mittlerweile bei 50 Millionen US-Dollar liegen.

Diese Entwicklungen nähren Spekulationen über einen möglichen Verkauf des Franchise. Die Debatte erhielt zusätzliche Nahrung durch einen Artikel von Charley Walters im St. Paul Pioneer Press, der mit der provokanten Überschrift „Are the Wilfs getting ready to sell the Vikings?“ aufwartete.

Ein zentrales Argument für diese These ist der massive Rückgang der Ausgaben: von 350 Millionen US-Dollar in der Saison 2025 auf nunmehr 226 Millionen US-Dollar in 2027 – der zweitniedrigste Wert der gesamten NFL. Doch der Artikel von Walters liefert keine konkreten Hinweise darauf, dass die Wilf-Brüder Zygi und Mark, die das Team 2005 übernahmen, tatsächlich einen Verkauf erwägen.

Obwohl die steigenden Franchise-Werte viele Besitzer in Versuchung führen könnten, einen Verkauf zu erwägen, gibt es derzeit keine belastbaren Anzeichen dafür, dass es sich bei den Sparmaßnahmen der Vikings um mehr als eine notwendige Budgetkorrektur handelt. Diese wurde vor allem durch teure Fehlentscheidungen in der Saison 2025 ausgelöst, insbesondere im Zusammenhang mit der Quarterback-Position.

Die Misserfolge des Vorjahres kosteten den damaligen General Manager Kwesi Adofo-Mensah seinen Job. Dass die Suche nach einem Nachfolger erst im Mai begann, war jedoch kein Sparversuch, sondern strategisch sinnvoll: So konnte das Team die Free Agency und den Draft abwarten, während Trainer Kevin O’Connell seine Position im Verein festigte. Seine Warnungen vor dem Fehlen eines erfahrenen Backup-Quarterbacks für J.J. McCarthy erwiesen sich als berechtigt – und seine Führung führte das Team nach einer 0:26-Niederlage in Seattle zu vier Siegen in Folge, darunter ein deutlicher 31:0-Erfolg gegen Washington.

Auch wenn der Kader der Vikings für die Saison 2026 nicht unbedingt wie ein Super-Bowl-Anwärter wirkt, deuten die Sparmaßnahmen nicht zwingend auf einen Verkauf hin. Dennoch: In der öffentlichen Wahrnehmung kann sich aus einer Hypothese schnell eine feststehende Theorie entwickeln. Es könnte daher an der Zeit sein, dass die Wilf-Brüder öffentlich klarstellen, dass sie nicht vorhaben, ein „Zu verkaufen“-Schild vor das Stadion zu stellen.