Die politische Kommentatorin Nicolle Wallace hat in ihrem Podcast „The Best People“ mit Chris Hayes die Rolle von Donald Trumps Social-Media-Plattform Truth Social thematisiert. Wallace bezeichnete die Plattform in einem humorvollen Vergleich als Trumps „Padded Room“ – einen Ort, an dem er sich zurückziehen kann.

Hayes, Gast in der Montagsausgabe des Podcasts, griff die Aussage auf und entwickelte eine provokante These: Trumps Wechsel zu Truth Social könnte ihm sogar politisch genutzt haben. „Ich glaube, einer der Gründe, warum Trump 2024 wiedergewählt wurde, ist, dass er von Twitter verbannt wurde und zu Truth Social wechselte“, sagte Hayes. „Man sieht seine Ausbrüche nicht mehr. Es ist, als würde jemand einen psychotischen Schub haben und in ein Kissen schreien.“

Wallace stimmte mit einem Lachen zu: „Truth Social ist sein Padded Room!“

Hayes erklärte weiter, dass Trumps nächtliche Posts auf Truth Social weniger öffentliche Aufmerksamkeit erregen als auf Twitter. „Als er noch auf Twitter war, war es, als säße man in einer U-Bahn mit jemandem, der einen Zusammenbruch hat. Aber jetzt sind wir alle in einem anderen Waggon – und er bleibt allein zurück. Ich glaube, das hilft ihm.“

Wallace hinterfragte die gesellschaftliche Normalisierung solcher Verhaltensweisen: „Sind unsere Gehirne schon so kaputt, dass der Oberbefehlshaber, der Mann mit dem Finger am Atomknopf, die ganze Nacht postet und das kaum noch als Nachricht gilt?“

Hayes verwies auf die Anpassungsfähigkeit des Menschen: „Ich glaube, das liegt an etwas Grundlegendem in uns. Wir sind die einzige Spezies, die im Amazonas und in der Arktis leben kann – weil wir uns an alles gewöhnen können.“ Trumps Verhalten sei so extrem, dass es mittlerweile als normal akzeptiert werde, so Hayes. „Er hat es so oft getan, dass wir uns daran gewöhnt haben.“

Quelle: The Wrap