Die britische Kultserie „Doctor Who“ hat über Jahrzehnte Millionen von Fans begeistert – manche davon so sehr, dass sie jede Entscheidung des Produktionsteams kritisch hinterfragen. Der ehemalige Hauptdarsteller Peter Capaldi, der die Rolle des Doktors von 2013 bis 2017 verkörperte, zeigt in einem aktuellen Interview jedoch wenig Verständnis für die oft überzogene Kritik an seinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern.
In einem Gespräch mit The Times of London, das am vergangenen Samstag veröffentlicht wurde, verteidigte Capaldi die Besetzungen von Jodie Whittaker (2017–2022) und Ncuti Gatwa (seit 2023). „Es spiegelt die heutige Zeit wider, und das ist eine gute Sache für die Welt“, erklärte er. „Als ich ein Kind war und die Serie sah, war sie einfach eine Monster-Show in der Ecke des Zimmers. Ich verstehe nicht, warum die Leute sie so ernst nehmen.“
Whittakers Perspektive: Die erste Frau als Doctor
Whittaker, die als erste Frau die Hauptrolle übernahm, blickte 2025 in einem Interview auf ihre Zeit bei „Doctor Who“ zurück. Trotz der teils harschen Kritik aus dem Internet betonte sie: „Es musste eine Erste geben, und ich habe das damals nicht vollends gewürdigt.“ Sie fügte hinzu: „Ich bin nicht wie Jack Lemmon in ‚Some Like It Hot‘, der ständig ruft: ‚Ich bin eine Frau!‘ – ich bin einfach ich. Doch nach der Ankündigung gab es nicht nur begeisterte Reaktionen, sondern auch einige genervte Stimmen.“
Nach ihrem Ausstieg im Oktober 2022 beschrieb Whittaker ihre letzte Regeneration als emotionalen Moment: „Ich habe meine Version der Regeneration gedreht, und es war einer der bewegendsten Tage auf dem Set, die ich je erlebt habe. Es ist ein seltsames Gefühl, denn es war die beste Zeit meines Berufslebens – und gleichzeitig habe ich mich dafür entschieden, sie zu verlassen. Es fühlt sich an, als würde man sich selbst die Nähte auftrennen: ‚Warum hast du das getan?‘ Aber es fühlte sich richtig an.“
Gatwas Abschied: Eine ikonische Rolle
Sein Nachfolger Ncuti Gatwa, der die Serie 2025 verließ, äußerte sich ebenfalls zu den Herausforderungen der Rolle: „Wenn man gecastet wird, weiß man, dass man irgendwann den Schraubenzieher zurückgeben und alles beenden muss. Aber nichts bereitet einen wirklich darauf vor.“ In einer Stellungnahme beschrieb er die Erfahrung als „unbeschreiblich“ und betonte, wie sehr die Rolle ihn geprägt habe: „Es gibt keine Worte, um zu beschreiben, wie es sich anfühlt, als Doctor gecastet zu werden – und auch nicht, wie es ist, in diese ikonische Rolle einzutauchen, die seit über 60 Jahren besteht und von so vielen Menschen weltweit geliebt wird.“
Capaldis Haltung: Serie muss sich weiterentwickeln
„Die Serie hat sich immer verändert – und das ist gut so. Als ich anfing, war sie eine einfache Monster-Show. Heute ist sie viel mehr. Die Welt verändert sich, und die Serie muss das widerspiegeln.“
Während Capaldi die emotionale Bindung der Fans nachvollziehen kann, bleibt er gelassen: „Ich verstehe, dass die Serie für viele Menschen wichtig ist. Aber ich verstehe nicht, warum manche jede Entscheidung so persönlich nehmen.“