Météo-France ermittelt nach verdächtigen Wetterdaten
Frankreichs nationaler Wetterdienst Météo-France hat bei den Behörden Anzeige wegen möglicher Manipulation von Wetterdaten erstattet. Hintergrund sind ungewöhnliche Temperatursprünge, die am 6. und 15. April am Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle registriert wurden.
Die Aufzeichnungen zeigten einen abrupten Anstieg der Abendtemperaturen, gefolgt von einem ebenso schnellen Abfall. Die Datenanalyse und physikalische Untersuchungen deuten auf eine mögliche Manipulation hin.
„Aufgrund der physikalischen Befunde an einem unserer Messgeräte und der Analyse der Sensordaten haben wir Anzeige bei der Roissy Air Transport Gendarmerie Brigade wegen der Manipulation eines automatisierten Datenverarbeitungssystems erstattet.“
Météo-France
Polymarket-Trader profitieren von verdächtigen Wetterspitzen
Parallel zu den Ermittlungen erzielten mehrere Nutzer der Prognoseplattform Polymarket hohe Gewinne durch Wetten auf die ungewöhnlichen Wetterdaten.
- Nutzer „Hoaqin“ setzte 735 Dollar auf eine Höchsttemperatur von 21°C am 6. April und gewann fast 14.000 Dollar. Zusätzlich setzte er 500 Dollar darauf, dass die Temperatur nicht bei 18°C liegen würde, und erhielt weitere 2.200 Dollar.
- Nutzer „Jiuzhou“ gewann über 3.000 Dollar, indem er 500 Dollar auf eine Höchsttemperatur von 22°C am 15. April setzte.
Beide Konten wurden erst kurz vor den Wetten eröffnet – ein weiterer Hinweis auf gezielte Manipulation.
Experte: „Das macht kein Wetter von allein“
Der Meteorologe und CEO von Sereno, Ruben Hallali, bezeichnete die Daten als hochverdächtig:
„Was die Messungen am Charles-de-Gaulle so auffällig macht, ist nicht nur die Höhe des Anstiegs, sondern sein Muster: ein scharfer, isolierter Sprung an einer einzigen Station am frühen Abend – ohne Entsprechung in den umliegenden Messstationen.“
„In 15 Jahren operationeller Meteorologie ist das etwas, das das Wetter nicht von allein tut.“
Polymarket im Fokus von Manipulationsvorwürfen
Dies ist nicht der erste Fall, in dem Polymarket in den Verdacht der Marktmanipulation gerät. Bereits im Januar setzte ein neues Konto kurz vor der Festnahme von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro über 30.000 Dollar auf dessen Sturz – und gewann über 436.000 Dollar. US-Politiker diskutieren mittlerweile strengere Regulierungen für solche Prognosemärkte.
Mögliche Ursache: Haar-Föhn als Manipulationswerkzeug
Hallali vermutet, dass ein tragbarer Wärmequelle wie ein Haar-Föhn in der Nähe des Sensors platziert wurde:
„Wetterstationen sind dafür gemacht, die Atmosphäre zu messen – nicht, um gezielte Manipulationen zu verhindern. Ein tragbarer Wärmequelle, die wenige Minuten in der Nähe des Sensors gehalten wird, reicht aus, um die Temperatur um mehrere Grad zu erhöhen, ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen.“
Polymarket äußerte sich auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen.
Fazit: Zufall oder gezielte Manipulation?
Während Météo-France die Ermittlungen fortsetzt, bleibt die Frage offen, ob die ungewöhnlichen Wetterdaten auf natürliche Ursachen oder gezielte Manipulation zurückgehen. Die hohen Gewinne von Polymarket-Nutzern unterstreichen jedoch die Notwendigkeit einer genaueren Überprüfung solcher Prognosemärkte.