Die Aktie von Robinhood (HOOD) hat nach den enttäuschenden Quartalszahlen des ersten Quartals einen deutlichen Rückgang erlebt. Doch die Analysten der Investmentbank Bernstein bleiben zuversichtlich und sehen ein erhebliches Aufwärtspotenzial für den Wert.
Am Mittwoch bestätigte Bernstein seine „Outperform“-Bewertung für Robinhood und behielt das Kursziel von 130 US-Dollar pro Aktie bei. Dies würde einer Verdopplung des aktuellen Kurses entsprechen – trotz des deutlichen Rückgangs der Aktie um 8% nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen.
Krypto-Einnahmen brechen ein, doch Hoffnung auf Stabilisierung
Der Hauptgrund für die schwachen Quartalszahlen war der Einbruch der Krypto-Einnahmen um 47%. Der gesamte Kryptomarkt leidet unter einem anhaltenden Abschwung, der seit dem Höchststand im Jahr 2021 zu einem Wertverlust von über 1,5 Billionen US-Dollar geführt hat. Bitcoin notiert weiterhin rund 40% unter seinem Rekordhoch, während viele andere Kryptowährungen sogar mehr als 75% an Wert verloren haben.
Trotz dieser Herausforderungen sehen die Bernstein-Analysten Anzeichen für eine Stabilisierung des Kryptomarkts im April. Zudem wird erwartet, dass Robinhoods eigene Prognosemärkte-Plattform Rothera Mitte 2026 an den Start geht. Dies könnte neue Einnahmequellen erschließen.
Robuste Geschäftsbereiche kompensieren Verluste
Trotz der enttäuschenden Quartalszahlen zeigt Robinhood in anderen Bereichen weiterhin Wachstum. Die Gesamtumsätze stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 15% auf etwa 1,1 Milliarden US-Dollar. Die transaktionsbasierten Einnahmen erreichten 623 Millionen US-Dollar, getrieben von einem Rekordanstieg im Handel mit Prognosemärkten.
Die Nutzer von Robinhood handelten im ersten Quartal 8,8 Milliarden Event-Kontrakte, was zu einem Anstieg der „Sonstigen Transaktionserlöse“ um 320% auf 147 Millionen US-Dollar führte. Zudem verzeichnete Robinhood Banking ein starkes Wachstum: Die Nettoeinlagen stiegen auf über 2 Milliarden US-Dollar, und die direkte Einlagenquote lag bei 40%. Die Kreditkarte Robinhood Gold hat bereits über 800.000 Nutzer und verzeichnete ein jährliches Kaufvolumen von 15 Milliarden US-Dollar.
Bernstein erwartet starke Erholung bis 2026
Bernstein prognostiziert für das Jahr 2026 einen Gewinn pro Aktie von 2,65 US-Dollar, was 23% über den Konsensschätzungen liegt. Diese positive Entwicklung soll vor allem durch eine Erholung des Kryptomarkts und den Durchbruch der Prognosemärkte getrieben werden.
Zusätzlich setzt Robinhood auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, um Produkte zu verbessern und die interne Effizienz zu steigern. Laut Unternehmensangaben nutzen bereits über 90% der Mitarbeiter KI-Tools.
Unternehmensführung bleibt optimistisch
Robinhood-CEO Vlad Tenev betont, dass das Unternehmen den Fokus von den kurzfristigen Schwankungen des Bitcoin-Preises auf langfristige Infrastruktur und Finanzdienstleistungen verlagern möchte. Trotz der aktuellen Herausforderungen bleibt die Führung zuversichtlich, dass Robinhood langfristig gestärkt aus der Krise hervorgehen wird.