Einstimmige Entscheidung des Senats

Der US-Senat hat am Donnerstag einstimmig beschlossen, Senatoren und ihren Mitarbeitern den Handel auf Prognosemärkten zu untersagen. Damit schließt sich der Senat anderen Organisationen an, die ähnliche Regeln eingeführt haben, um mögliche Interessenkonflikte zu verhindern.

Hintergrund und weitere Maßnahmen

Bereits letzte Woche hatte der Gouverneur von Illinois, JB Pritzker, ein Verbot für staatliche Angestellte erlassen, Insiderwissen für Wetten auf Prognosemärkten zu nutzen. Einen Tag zuvor hatte der öffentliche Radiosender NPR eine vergleichbare Anweisung für seine Redakteure herausgegeben.

Senator Bernie Moreno aus Ohio, ein Republikaner und Initiator des Senatsbeschlusses, betonte in einer Erklärung auf X: „Ein Amt im Kongress ist eine Ehre, kein Nebenjob. Die Amerikaner müssen wissen, dass ihre Vertreter aus den richtigen Gründen hier sind!“

Regeländerung ohne Gesetzeskraft

Die vom Senat verabschiedete Resolution ändert die internen Regeln der Kammer. Verstöße werden durch die Mitglieder selbst überwacht. Die Regelung hat jedoch keine Gesetzeskraft und muss weder vom Repräsentantenhaus noch vom Präsidenten bestätigt werden.

Bundesweite Regulierungsdebatte

Der Beschluss fällt in eine Zeit, in der der Kongress mehrere Gesetzentwürfe zur Regulierung von Prognosemärkten diskutiert:

  • Public Integrity in Financial Prediction Markets Act 2026: Eingereicht von Ritchie Torres (Demokrat, New York) im Januar – soll Bundesbeamten den Handel auf Prognosemärkten verbieten.
  • Gesetzentwurf von Jeff Merkley und Amy Klobuchar: Vorgestellt im März – zielt auf ein Verbot für hochrangige Mitglieder der Exekutive ab.
  • Bipartisaner Entwurf von Blake Moore und Salud Carbajal: Soll Insiderhandel mit sensiblen Militärgeheimnissen und demokratischen Prozessen unterbinden.
  • Weitere Initiativen: Einige Entwürfe streben ein Verbot von Sportwetten oder Wetten zu Terrorismus, Attentaten, Kriegen oder Todesfällen an.

Hintergrund: Verdacht auf Insiderhandel

Die verstärkte Aufmerksamkeit für Prognosemärkte entstand, nachdem anonyme Händler kurz vor wichtigen Ankündigungen profitable Wetten platzierten. Dies ließ den Verdacht aufkommen, dass Insider von nichtöffentlichen Informationen profitierten.

Laut einem Bericht der US-Behörden nutzte Gannon Ken Van Dyke, ein Sergeant der US Army Special Forces, Insiderwissen über die Absetzung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro, um auf Polymarket Gewinne von über 404.000 US-Dollar zu erzielen. Van Dyke war an der Planung der Operation beteiligt, wie eine separate Zivilklage der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zeigt.

Senator Richard Blumenthal warf Polymarket kürzlich vor, Nutzern zu ermöglichen, von nationalen Sicherheitsgeheimnissen zu profitieren. Er kritisierte insbesondere einen Markt, der Wetten auf die Rettung eines in Iran festgehaltenen US-Soldaten ermöglichte.

Olivia Chalos, stellvertretende Rechtschefin von Polymarket, wies die Vorwürfe zurück: „Polymarket handelt in voller Compliance mit geltendem Recht. Unsere Regeln gegen Insiderhandel entsprechen den Vorgaben der CFTC und der Rechtsprechung für Derivatemärkte.“ Sie betonte zudem die Plattform stehe „im Einklang mit nationaler Sicherheit und Marktintegrität“.

Aleks Gilbert ist Korrespondent für DeFi bei DL News in New York. Tipps und Hinweise können an [email protected] gesendet werden.

Quelle: DL News