Nigel Farage, Vorsitzender der Reform-UK-Partei, hat in einem Interview mit dem „Sun“-Chefredakteur Harry Cole behauptet, die 5-Millionen-Pfund-Spende (ca. 6,7 Millionen US-Dollar) des Milliardärs und Krypto-Unternehmers Christopher Harborne sei eine „Belohnung“ für seine jahrzehntelange Brexit-Kampagne gewesen. Diese Aussage folgt auf die Bekanntgabe einer offiziellen Untersuchung durch die britische Regierung.

Farage betonte, die Zahlung sei „bedingungslos“ erfolgt und diene als Anerkennung für seinen Einsatz für den Brexit. Zuvor hatte er jedoch erklärt, das Geld sei für seine Sicherheitskosten bestimmt gewesen. Zudem behauptete er, Angebote von Elon Musk abgelehnt zu haben, der ihm hohe Summen für öffentliche Äußerungen angeboten habe – welche Inhalte damit gemeint waren, blieb unklar.

Harbornes finanzielle Unterstützung für Reform UK

Christopher Harborne, Großaktionär des Stablecoin-Unternehmens Tether, hat Reform UK in den letzten sieben Jahren mit über 22 Millionen Pfund (ca. 29,5 Millionen US-Dollar) unterstützt. Allein im August 2025 überwies er 9 Millionen Pfund (12 Millionen US-Dollar) an die Partei. Einen Monat später warb Farage in seiner LBC-Talkshow für Tether und kritisierte die strenge Haltung der Bank of England gegenüber Stablecoins.

Zusätzlich verdiente Farage laut Berichten über 370.000 Pfund (496.000 US-Dollar) durch bezahlte Botschaften auf der Plattform Cameo. Einige dieser Nachrichten waren umstritten.

Vorwürfe der Wahlbeeinflussung

Der ehemalige stellvertretende Vorsitzende von Reform UK, Ben Habib, warf Farage und dem ehemaligen Premierminister Boris Johnson vor, 2022 jeweils eine Million Pfund von Harborne erhalten zu haben. Diese Zahlungen sollen dazu gedient haben, die britische Parlamentswahl 2019 zugunsten Johnsons zu manipulieren. Habib behauptet zudem, dass die undeklarierte 5-Millionen-Pfund-Spende an Farage 2024 Teil dieser Absprache gewesen sei.

Farage kündigte an, Habib wegen dieser Anschuldigungen zu verklagen. Das „Sun“-Interview thematisierte die Vorwürfe nur knapp – von den fast 26 Minuten entfielen etwa drei Minuten auf die Spende. Laut „The Guardian“ erhielt Farage das Geld nur wenige Wochen vor seinem überraschenden Rückzieher und der Ankündigung, bei der kommenden Parlamentswahl anzutreten. Diese Entscheidung traf er einen Monat nach seiner ursprünglichen Absage.

Rechtliche Pflichten und mögliche Verstöße

Nach britischen Parlamentsregeln müssen Abgeordnete alle finanziellen Interessen sowie erhaltene Vorteile innerhalb eines Monats nach ihrer Wahl offenlegen. Die 5-Millionen-Pfund-Spende wurde jedoch erst nach Farages Wahlankündigung öffentlich bekannt. Ob dies gegen die Regeln verstößt, wird nun geprüft.

„Die Spende war eine Belohnung für jahrzehntelangen Einsatz für den Brexit.“ – Nigel Farage

Quelle: Protos