Bitcoin wurde entwickelt, um Geld zu transferieren, nicht um Videos zu hosten. Doch seit mehr als zehn Jahren nutzen Entwickler, Künstler und Trolle die Blockchain, um animierte Bilder und kurze Videoclips in Transaktionsdaten zu verstecken. Tausende Archivknoten weltweit laden diese Daten herunter, validieren sie und speichern sie dauerhaft auf Festplatten – oder zumindest die Besitznachweise.
Einige der Inhalte sind Kunst. Die meisten sind einfach nur albern. Die Methoden reichen von elegant bis absurd: Manche Formate verpacken eine Datei in die Witness-Daten einer Transaktion oder fügen Pixel in Transaktionsausgaben ein. Andere zerschneiden Dateien in bizarre private Schlüssel oder lagern Inhalte auf Servern wie Counterparty aus. Doch eines haben alle Methoden gemeinsam: die Unlöschbarkeit. Sobald ein Videoclip oder seine Metadaten in einem Block bestätigt sind, kann niemand sie mehr entfernen.
Beispiele für verschiedene Methoden
Jedes der folgenden Videos hat eine Bitcoin-Transaktionsgebühr bezahlt, um als gültige Transaktion in die Blockchain geschrieben zu werden. Sie werden auf jedem Archivknoten der Bitcoin-Blockchain gespeichert – solange das Netzwerk existiert.
Das erste GIF auf Bitcoin: Pepe und die Rare Pepes
Noch bevor Begriffe wie „NFTs“ oder „Ordinals“ in der Krypto-Branche auftauchten, nutzte das Protokoll Counterparty, um beliebige Daten in Bitcoin-Transaktionen einzubetten. Ab 2016 begann ein Nutzer namens Mike, digitale Sammelkarten namens Rare Pepe auf dem Protokoll auszugeben. Die Karte mit der Seriennummer 1, Karte 37 – bekannt als UFOPEPE – gilt als erstes bekanntes GIF auf Bitcoin, auch wenn nur ein Teil davon tatsächlich on-chain gespeichert war.
UFOPEPE zeigt Pepe den Frosch in einem fliegenden Untertassen. Die Einreichungsregeln des Rare Pepe-Verzeichnisses erlaubten ausdrücklich animierte GIFs bis zu 1,5 Megabyte. So wurde aus einem Cartoon-Frosch mit außerirdischen Ambitionen eines der ersten bewegten Bilder, die dauerhaft in die Bitcoin-Geschichte eingingen.
Inscription 2: Das erste GIF via Ordinals-Protokoll
Im Dezember 2022 wurde mit Inscription 2 ein animiertes GIF direkt in die Bitcoin-Blockchain geschrieben – mithilfe des Ordinals-Protokolls von Casey Rodarmor. Wie bei Counterparty erfordert das Protokoll spezielle Software, um die Blockchain so zu interpretieren, dass das Bild standardmäßig gerendert wird. Doch anders als bei Counterparty ist das gesamte Bild direkt in der Blockchain gespeichert, ohne Abhängigkeit von externen Hosting-Diensten.
Inscription 2 zeigt einen bunten Vogel, der eine Tanzbewegung wiederholt. Die Transaktion wurde einen Monat vor der offiziellen Veröffentlichung der Ordinals-Softwareversion 0.4.0 im Januar 2023 getätigt – einer Version, die Rodarmor als bereit für Mainnet-Inschriften beworben hatte. In dieser Version wurden nur HTML, CSS, JavaScript, SVG, MP3, PNG und JPEG als unterstützte Inhaltstypen aufgeführt. Dennoch testete ein findiger Nutzer die Grenzen aus und veröffentlichte trotzdem ein GIF. Das Protokoll akzeptierte es. Das Netzwerk minte es. Obwohl die Bitcoin Core-Software Ordinals standardmäßig nicht als Bilder rendert,