Die Ambitionen Saudi-Arabiens, den globalen Sport mit unbegrenzten Finanzmitteln zu dominieren, sind gescheitert. Was vor wenigen Jahren noch wie eine unaufhaltsame Übernahme aussah, ist nun gestoppt – und das aus gutem Grund.

Der Rückzug aus dem Sportbusiness

Das LIV Golf-Projekt, finanziert mit jährlich 500 Millionen Dollar aus saudischen Ölgeldern, steht vor dem Aus. Nach Jahren mit hohen Verlusten zieht sich der saudische Investor zurück. Auch die Saudi Pro League wirbt nicht mehr mit astronomischen Gehältern um Top-Fußballstars. Internationale Sportevents, für die Saudi-Arabien zuvor Bewerbungen einreichte, werden gestrichen oder zurückgenommen.

Der Grund für diesen abrupten Kurswechsel ist keine politische Entscheidung, sondern eine einfache Tatsache: Die Strategie ist gescheitert. Die saudischen Investitionen in den Sport haben sich nicht ausgezahlt – weder finanziell noch in Bezug auf globale Akzeptanz.

Warum Stillstand die bessere Lösung war

Die saudische Führung hat erkannt, dass unbegrenzte Finanzkraft allein nicht ausreicht, um den Sport zu kontrollieren. Die Public Investment Fund (PIF), der saudische Staatsfonds, setzt nun auf andere Investitionsfelder. Die Ära der Sportübernahme ist vorerst vorbei – zumindest für dieses Jahrzehnt.

Doch warum hat dieser Rückzug nicht mehr Widerstand hervorgerufen? Die Antwort ist simpel: Die Welt hat diese Strategie nicht gebilligt. Trotz aller finanziellen Macht blieb der Widerstand gegen die saudischen Sportambitionen begrenzt. Selbst in den USA, wo die Skepsis gegenüber ausländischen Einflüssen in der Regel hoch ist, gab es keine nennenswerten politischen oder gesellschaftlichen Gegenbewegungen.

Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Fehlende Akzeptanz: Fans und Verbände lehnten die saudische Einflussnahme ab.
  • Finanzielle Realität: Die hohen Verluste zeigten, dass unbegrenzte Investitionen allein nicht nachhaltig sind.
  • Politische Zurückhaltung: Weder die US-Regierung noch andere Staaten sahen einen Grund für direkte Eingriffe.

Die Lehren aus dem Scheitern

Der Fall Saudi-Arabien zeigt, dass Soft Power allein nicht ausreicht, um globale Strukturen zu verändern. Finanzielle Macht kann kurzfristig beeindrucken, aber langfristig überzeugen nur nachhaltige Konzepte und gesellschaftliche Akzeptanz.

Für den Sport bedeutet das: Die Ära der externen Finanzierung durch autoritäre Regime könnte vorbei sein – zumindest in dieser Form. Die Frage bleibt, ob andere Länder ähnliche Strategien verfolgen werden oder ob der Sport sich endlich von solchen Einflüssen emanzipiert.

Quelle: Reason