Spotify hat im ersten Quartal 2024 einen Umsatz von 4,53 Milliarden Euro erzielt und damit die Analystenerwartungen übertroffen. Die Gewinne pro Aktie lagen bei 3,45 Euro, während Wall Street mit 2,95 Euro gerechnet hatte. Trotz dieser positiven Zahlen brachen die Aktien des Musikstreaming-Dienstes im Vorhandel um 11,4% ein – ausgelöst durch eine vorsichtigere Prognose des Unternehmens.

Rekordzahl an Premium-Abonnenten

Spotify verzeichnete einen Zuwachs von 3 Millionen Premium-Abonnenten und erreichte damit weltweit 293 Millionen zahlende Nutzer. Die monatlich aktiven Nutzer (MAUs) stiegen um 9% im Jahresvergleich auf 761 Millionen, wobei die werbefinanzierten Nutzer um 14% auf 483 Millionen wuchsen. Das Wachstum wurde durch eine breite regionale Expansion, insbesondere in Lateinamerika und Europa, sowie durch gezielte Werbekampagnen und die Einführung neuer kostenloser Mobilfunk-Features vorangetrieben.

Umsatzentwicklung und Segmentanalyse

Der Premium-Umsatz stieg um 10% auf 4,15 Milliarden Euro, getrieben durch höhere Abonnentenzahlen und Preiserhöhungen. Der werbefinanzierte Umsatz sank hingegen um 5% auf 385 Millionen Euro. Während die Werbeeinnahmen durch mehr Impressionen stiegen, wirkten sich niedrigere Preise negativ aus. Automatisierte Verkaufskanäle blieben die wichtigsten Wachstumstreiber im Werbebereich.

Spotify bietet mittlerweile über 7 Millionen Podcast-Titel, mehr als 590.000 Video-Podcasts und über 700.000 Hörbücher in englischer Sprache an. Das Podcast-Wachstum wurde vor allem durch Sponsoring-Einnahmen im eigenen Lizenzportfolio vorangetrieben.

„Wir sind optimal positioniert dank unserer großen, engagierten Nutzerbasis, tiefen Beziehungen zu Kreativen und jahrelangen Investitionen in Personalisierung und skalierbare Infrastruktur.“
Gustav Söderström, Co-CEO von Spotify

„Gemeinsam schaffen wir eine Plattform, die diese Phase nutzt und völlig neue Wachstumschancen erschließt. Wir sehen erhebliches Potenzial in der Erweiterung unserer Nutzerbasis, Formate und Interaktionen – und damit in der zukünftigen Entwicklung von Spotify.“

Vorsichtige Prognose belastet Aktienkurs

Trotz des starken Quartalsergebnisses sank der Aktienkurs von Spotify im Vorhandel um über 11%. Der Grund: eine zurückhaltendere Prognose für das zweite Quartal. Das Unternehmen erwartet 6 Millionen neue Premium-Abonnenten (Gesamt: 299 Millionen) und 17 Millionen zusätzliche MAUs (Gesamt: 778 Millionen). Der Gesamtumsatz soll um 14,5% auf 4,8 Milliarden Euro steigen, bei einem operativen Ergebnis von 630 Millionen Euro und einer operativen Marge von 33,1%.

Neue Features für Nutzer und Künstler

Im ersten Quartal führte Spotify zwei neue Beta-Features ein:

  • Taste Profile: Premium-Nutzer in Neuseeland können damit steuern, welche Inhalte auf der Startseite angezeigt werden. Eine weltweite Einführung ist geplant.
  • Prompted Playlist: Premium-Nutzer in den USA und Kanada können nun in eigenen Worten beschreiben, welche Musik oder Podcasts sie hören möchten. Das Feature wurde kürzlich um Podcasts erweitert.
  • SongDNA: Ein globales Beta-Tool, das Nutzern detaillierte Einblicke in die Entstehung ihrer Lieblingstitel bietet – von Produzenten über Samples bis hin zu Coverversionen.

Diese Innovationen unterstreichen Spotifys Fokus auf Personalisierung und Nutzerkontrolle, um die Interaktion mit der Plattform weiter zu vertiefen.

Quelle: The Wrap