Trump-Regierung zahlt Milliarden für Rückzug aus Windenergie

Die Trump-Administration setzt ihre Strategie fort, Offshore-Windprojekte in den USA zu blockieren – diesmal mit finanziellen Anreizen. Zwei weitere internationale Energieunternehmen haben ihre Pläne für Windparks in Bundesgewässern aufgegeben, nachdem die US-Regierung ihnen Milliarden für den Ausstieg angeboten hatte. Die Gelder sollen stattdessen in fossile Brennstoffe investiert werden.

Zwei Deals mit Milliardenvolumen

Erst vor wenigen Wochen hatte die französische Energiegesellschaft TotalEnergies ihre beiden geplanten Offshore-Windparks an der US-Ostküste für rund eine Milliarde US-Dollar aufgegeben. Die Trump-Regierung sicherte im Gegenzug Investitionen in US-amerikanische Öl- und Gasprojekte zu. Laut internen Dokumenten gibt es jedoch keine verbindliche Verpflichtung, dass das Geld tatsächlich über die ohnehin geplanten Investitionen hinausgeht.

Nun folgen zwei weitere Abkommen: Die US-Regierung wird fast 900 Millionen US-Dollar an zwei Unternehmen zahlen, um deren Pachtverträge für Offshore-Windparks in New Jersey und Kalifornien zu kündigen. Im Einzelnen:

  • Bluepoint Wind: Das von BlackRock und Global Infrastructure Partners geführte Konsortium erhält 885 Millionen US-Dollar, um seine Pläne für einen Windpark vor New Jersey und New York aufzugeben. Im Gegenzug soll das Unternehmen bis zu 765 Millionen US-Dollar in ein Flüssiggas-Projekt in den USA investieren. Bluepoint Wind verzichtet damit auf weitere Offshore-Windprojekte in den USA.
  • Golden State Wind: Der Entwickler eines schwimmenden Windparks vor Kalifornien erhält rund 120 Millionen US-Dollar, um seine Pläne im Morro Bay-Gebiet aufzugeben. Die Mittel müssen in US-Öl- und Gasprojekte, Energieinfrastruktur oder Flüssiggas-Investitionen an der Golfküste fließen. Auch dieses Unternehmen strebt keine weiteren Offshore-Windprojekte mehr an.

Kritik an rechtlicher und klimapolitischer Strategie

Experten und Umweltverbände werfen der Regierung vor, mit diesen Deals gezielt die Windenergie zu schwächen und gleichzeitig die fossile Brennstoffindustrie zu stärken. Die rechtliche Grundlage für die Zahlungen sei fragwürdig, da die Verträge keine verbindlichen Zusagen für zusätzliche Investitionen enthalten. Zudem wird befürchtet, dass solche Praktiken Investoren verunsichern und den Ausbau erneuerbarer Energien in den USA verlangsamen könnten.

„Die Klarheit, die diese Entscheidungen und Vereinbarungen schaffen, ist ein wichtiger Schritt.“
Michael Brown, CEO von Ocean Winds North America

Hintergrund: Trumps Kampf gegen Offshore-Wind

Seit Beginn seiner Amtszeit setzt sich Donald Trump gegen den Ausbau der Offshore-Windenergie ein. Zunächst versuchte er, Projekte durch regulatorische Hürden zu blockieren. Nach mehreren juristischen Niederlagen wechselte die Strategie: Statt Verbote durchzusetzen, werden Unternehmen nun mit finanziellen Anreizen zum Ausstieg bewegt. Kritiker sehen darin einen gefährlichen Präzedenzfall, der die Energiewende in den USA untergräbt.

Während die Trump-Administration die Deals als Erfolg für die US-Energieunabhängigkeit feiert, warnen Klimaschützer vor den langfristigen Folgen. Die Investitionen in fossile Brennstoffe könnten die Abhängigkeit von Öl und Gas weiter zementieren – und die Ziele des Pariser Klimaabkommens gefährden.