Das US-Energieministerium (DOE) steht vor einem ungewöhnlichen Problem: Es hat mehr Geld als es ausgeben kann. Laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht der EFI Foundation, einer gemeinnützigen Organisation zur Förderung von Energietechnologien, wurden im Haushaltsjahr 2025 lediglich 2% des Gesamtbudgets abgerufen. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag die Ausschöpfungsquote noch bei 38%.

Als Hauptgründe für diese Entwicklung gelten politische Unsicherheiten und ein massiver Personalabbau. Durch die Reformen der Behörde für Regierungs-Effizienz verließen rund ein Fünftel der DOE-Mitarbeiter das Ministerium. Zudem führte Energieminister Chris Wright eine komplexe Umstrukturierung durch, die weitere Verwirrung stiftete. Die Kombination aus sinkender Belegschaft und unklaren Prioritäten führt dazu, dass das Ministerium seine Mittel nicht effektiv einsetzen kann.

Die EFI Foundation weist darauf hin, dass Bundesbehörden zwar über Budgethoheit verfügen, die konkrete Mittelvergabe jedoch von der Umsetzung durch Verträge, Fördergelder und Kredite abhängt. Mit weniger Personal muss jeder Mitarbeiter nun deutlich mehr Budget verwalten als zuvor. Alex Kizer, Vizepräsident der EFI Foundation, erklärt:

„Das DOE verzeichnet die größte Ungleichheit zwischen Budget und Personal in seiner Geschichte.“

Ein Grund für die Budgetexplosion ist die massive Finanzspritze aus dem Infrastructure Investment and Jobs Act (2021) und dem Inflation Reduction Act (2022). Beide Gesetze stellten dem DOE insgesamt 97 Milliarden US-Dollar zur Verfügung – die größte Klimainvestition der US-Geschichte. Doch die Ära der staatlich geförderten Energiewende endete abrupt, als die Trump-Administration 2024 an die Macht zurückkehrte.

Die neue Regierung frierte Mittel ein und entließ rund 3.000 Mitarbeiter – etwa ein Fünftel der Belegschaft – im Rahmen des Deferred Resignation Program. Hunderte Projekte wurden gestrichen, was zu einem Verlust von 23 Milliarden US-Dollar an Bundesmitteln führte. Obwohl der One Big Beautiful Bill Act im Sommer 2024 einige Steuergutschriften vorzeitig beendete und etwa 1,8 Milliarden US-Dollar aus dem DOE-Haushalt strich, blieb der Großteil der IRA-Mittel unangetastet.

Das DOE befindet sich somit in einer paradoxen Situation: Sein Budget ist historisch hoch, doch die Umsetzung scheitert an fehlendem Personal und politischer Blockade. Selbst vor den Kürzungen unter der Trump-Administration kämpfte das Ministerium damit, die ambitionierten Fristen der IRA zu erfüllen. Besonders die Loan Programs Office stand in der Kritik, da sie ihre Milliarden an Kreditmitteln nur schleppend vergab.