Tim Heidecker, der kreative Leiter des Satiremagazins The Onion, hat konkrete Pläne für die Übernahme von InfoWars nach dem Ausstieg von Alex Jones. Trotz dessen letzter Versuche, den Prozess zu blockieren, betonte Heidecker in einem Post auf Bluesky, dass Jones‘ juristische Manöver die Übernahme nur verzögern können.
„Wir erwarten weitere absurde Verzögerungstaktiken in Alex Jones‘ unmoralischem Kampf, die Sandy-Hook-Familien um Entschädigungen zu prellen. Doch wir sind überrascht, wie lange das US-Rechtssystem solche Taktiken überhaupt duldet“, erklärte er.
In einem Interview mit The Guardian enthüllte Heidecker seine Strategie für die zukünftige Ausrichtung von InfoWars: eine scharfe Satire auf Jones und seine Methoden.
„Ich bin normalerweise nicht dafür, einen Witz über Gebühr zu ziehen. Aber in diesem Fall wird es eine Weile Spaß machen, Jones zu verspotten – und den Leuten immer wieder vor Augen zu führen, was für ein Clown er ist“, sagte er. „Er hat hierzulande etwas absolut Zerstörerisches getan. Es ist schwer, das Ausmaß seiner Schäden zu beschreiben.“
Das Team von The Onion hat bereits eine Vorschau der neuen InfoWars-Seite erstellt, die mit parodistischen Werbeanzeigen und typischem InfoWars-Design aufwartet. Zudem plant das Portal, durch Merchandise-Verkäufe die Familien der 26 Opfer des Sandy-Hook-Massakers vom 14. Dezember 2012 finanziell zu unterstützen. Ben Collins, CEO von Global Tetrahedron, betonte kürzlich gegenüber CNN: „Seit acht Jahren und drei Tagen warten die Sandy-Hook-Familien auf eine Entschädigung – und haben nicht einen Cent erhalten.“
„Mit dem Merchandise wollen wir ihnen kurzfristig etwas Geld zukommen lassen. Langfristig streben wir an, die Plattform vollständig zu übernehmen und die Familien direkt zu unterstützen“, so Heidecker.
Ab Herbst soll InfoWars laut Heidecker ein neues Gesicht erhalten: „Wir werden zunächst das tun, was alle erwarten – die Absurdität der Seite aufgreifen und sie satirisch auf die Schippe nehmen.“ Anschließend will das Team Platz für „außenseiterische, nicht-mainstreamige und kulturell vielfältige“ Comedy schaffen. „Die Medienlandschaft hat sich seit den frühen 2000ern stark verändert“, erklärte er. „Soziale Netzwerke sind unterfinanziert, und alle kämpfen im digitalen Wildwuchs. Wenn The Onion hier mit Ressourcen und Wachstumsinteresse eingreifen kann, ist das eine großartige Chance.“