Die Spannungen zwischen der National Football League (NFL) und der US-amerikanischen Führungsebene haben nun auch das Streaming-Modell der Liga erreicht. In einem Interview mit der Nachrichtensendung Full Measure äußerte sich Ex-Präsident Donald Trump kritisch zur Entscheidung der NFL, Spiele vermehrt auf kostenpflichtigen Plattformen anzubieten.
Auf die Frage, ob die Liga durch diese Strategie eine Art "Preistreiberei" betreibe, antwortete Trump mit deutlichen Worten: "Es ist hart. Die Fans lieben Football – großartige Menschen, die sich das oft nicht leisten können. Sie könnten damit die Gans töten, die goldene Eier legt. Ich meine, sie haben diese dumme Kickoff-Regel, die man nicht einmal anschauen kann. Unerträglich. Ich hasse diese Spiele, in denen sie diese neue, gefälschte Kickoff-Variante einführen. Ich glaube nicht, dass sie sicherer ist. Ich hoffe, dass der College-Football das nicht übernimmt."
Trump bezog sich damit auf die seit zwei Jahren geltende alternative Kickoff-Regel der NFL, die er regelmäßig kritisiert – obwohl sie tatsächlich zu mehr Return-Yards führt als das vorherige System. Anschließend kam er auf das Streaming-Modell zurück: "Sie müssen vorsichtig sein. Andere haben das schon versucht, und plötzlich gibt es den Sport nicht mehr. Wahrscheinlich wird das passieren. Es ist sehr traurig, wenn Football von vielen Menschen nicht mehr verfolgt werden kann. Sehr traurig. Mir gefällt das nicht."
Auf die Frage, ob die Regierung eingreifen sollte, antwortete Trump: "Ich weiß es nicht. Aber mir gefällt das nicht. Mir gefällt das nicht. Die Liga verdient viel Geld. Sie könnten etwas weniger verdienen und den Fans den Zugang ermöglichen. Es gibt Menschen, die nur an Sonntagen leben. Sie können an nichts anderes denken – und plötzlich sollen sie 1.000 Dollar pro Spiel zahlen. Das ist verrückt. Ich bin nicht glücklich darüber."
Anmerkung der Redaktion: Trump bezog sich vermutlich auf die jährlichen Kosten für ein NFL-Paket auf Streaming-Diensten, die in der Summe mehrere hundert Dollar betragen können, nicht auf einzelne Spiele.
Die Kritik des Ex-Präsidenten kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die NFL versucht, höhere Summen von Free-TV-Sendern für ihre Übertragungsrechte bis 2029 zu verlangen. Gleichzeitig wehren sich Sender wie Fox unter der Führung von Rupert Murdoch mit politischen Mitteln gegen diese Forderungen.
Hintergrund: NFLs Streaming-Strategie
Die NFL hat in den letzten Jahren ihre Präsenz auf Streaming-Plattformen wie Amazon Prime, YouTube TV und NFL+ ausgebaut. Während einige Spiele weiterhin kostenlos im Free-TV zu sehen sind, werden exklusive Inhalte zunehmend hinter Bezahlschranken verlagert. Kritiker befürchten, dass dies den Zugang für weniger wohlhabende Fans erschwert.
Trumps Position zur NFL
Trump hat sich in der Vergangenheit wiederholt negativ über die NFL geäußert, insbesondere zu Themen wie Spielerprotesten, der Kickoff-Regel und nun der Streaming-Politik. Seine Aussagen spiegeln eine generelle Skepsis gegenüber den Modernisierungsbestrebungen der Liga wider.
Mögliche Konsequenzen für die NFL
Sollte die NFL ihre Streaming-Strategie weiter ausbauen, könnte dies zu einem Rückgang der Zuschauerzahlen führen – insbesondere bei einkommensschwächeren Fans. Gleichzeitig könnte die Liga durch höhere Einnahmen aus Streaming-Verträgen profitieren. Die Balance zwischen beiden Modellen bleibt eine Herausforderung.