Trump blockiert Onshore-Windprojekte – Pentagon stoppt Genehmigungen

Die Trump-Administration hat den Bau von fast allen neuen Onshore-Windparks in den USA gestoppt. Betroffen sind bis zu 165 Projekte, die nun auf unbestimmte Zeit pausieren müssen. Die Begründung: mögliche Gefahren für die nationale Sicherheit. Verantwortlich für den Stopp ist das US-Verteidigungsministerium, das die Genehmigungen blockiert.

Laut Financial Times betrifft der Baustopp sowohl Projekte, die bereits auf die finale Freigabe warteten, als auch solche in laufenden Verhandlungen sowie Anlagen, die normalerweise keiner militärischen Überprüfung bedurft hätten. Windparks benötigen routinemäßig eine Genehmigung des Pentagon, um sicherzustellen, dass die Turbinen keine Radarsysteme stören. Diese Prüfungen dauern normalerweise nur wenige Tage.

Seit August letzten Jahres berichten Entwickler jedoch von zunehmenden Verzögerungen. Im Dezember hatte die Regierung bereits einen ähnlichen Schritt für Offshore-Windparks angekündigt – mit demselben Argument. Damals klagten die Betreiber, und innerhalb weniger Wochen setzten Bundesgerichte die Anordnung aus. Experten erwarten nun eine ähnliche rechtliche Auseinandersetzung für die Onshore-Projekte.

US-Ölkonzerne ignorieren Trumps Forderung nach mehr Förderung

Während die Regierung den Ausbau der Windenergie blockiert, weigern sich große US-Ölkonzerne wie Exxon Mobil und Chevron, der Aufforderung nachzukommen, die Ölproduktion zu erhöhen. Hintergrund ist die angespannte Versorgungssituation nach der Schließung der Straße von Hormus, die zu einem Anstieg des Ölpreises auf über 126 Dollar pro Barrel führte.

Exxon-Mobil-Finanzchef Neil Hansen betonte in einem Interview mit dem Financial Times, dass es „keine Änderungen“ an der Unternehmensstrategie im Permian Basin geben werde. Chevrons Finanzchefin Eimear Bonner erklärte, die Krise habe „keine Auswirkungen auf unsere Pläne“. Hansen fügte hinzu: „Es besteht wirklich kein Bedarf, unsere Produktion hochzufahren, da wir bereits auf Hochtouren laufen. Das heißt nicht, dass wir mögliche Erweiterungen prüfen – aber es gibt Grenzen.“

Trotz dieser Zurückhaltung unterstützen die Konzerne andere außenpolitische Initiativen der Regierung. So änderte Exxon-CEO Darren Woods kürzlich seine Haltung zu Venezuela: Aus „nicht investierbar“ im Januar wurde im Mai eine „riesige Ressource, die nun freier zugänglich ist“. Experten sehen darin eine strategische Anpassung an die aktuellen geopolitischen Entwicklungen.

Rechtliche Auseinandersetzungen und wirtschaftliche Folgen

Die Blockade der Windprojekte könnte langfristige Auswirkungen auf die Energiewende in den USA haben. Gleichzeitig zeigt die Weigerung der Ölkonzerne, die Produktion zu erhöhen, dass die Regierung trotz ihrer Forderungen nicht die volle Kontrolle über die Branche hat. Die rechtlichen Schritte der Windpark-Betreiber könnten zu einer weiteren Verzögerung der Projekte führen – oder sogar zu einer dauerhaften Aussetzung der Anordnung.

Die aktuelle Situation unterstreicht die Spannungen zwischen Trumps Energiepolitik und den wirtschaftlichen Realitäten. Während die Regierung auf eine Stärkung der traditionellen Energieträger setzt, blockiert sie gleichzeitig den Ausbau erneuerbarer Energien – mit ungewissen Folgen für die Zukunft der US-Energieversorgung.