Nach einer über dreimonatigen Sperre können iPhone- und iPad-Nutzer in Großbritannien ab sofort wieder auf Pornhub und andere Seiten der Aylo-Gruppe zugreifen. Das Unternehmen hatte den Zugang im Februar aufgrund der britischen Altersverifikationsgesetze blockiert. Mit dem iOS-Update 26.4 hat Apple die technischen Hürden nun so angepasst, dass die Sperre umgangen werden kann.

Ab Dienstag, dem Tag des Rollouts, können Nutzer mit dem neuen Betriebssystem wieder auf die Inhalte zugreifen. Apple hatte zuvor angekündigt, dass Nutzer ihr Alter mit einer Kreditkarte, einem Reisepass, Führerschein oder einer der folgenden PASS-zertifizierten Altersnachweiskarten bestätigen können: CitizenCard, My ID Card, TOTUM ID Card oder Young Scot National Entitlement Card. Debitkarten und Geschenkgutscheine werden nicht akzeptiert.

Für Kinder sowie Erwachsene ohne Altersbestätigung sind Webinhaltefilter und Kommunikationssicherheitstools standardmäßig aktiviert, wie Apple mitteilte.

Hintergrund: Warum Aylo den Zugang blockierte

Anfang Februar hatte Aylo, die Muttergesellschaft von Pornhub und weiteren großen Porno-Websites, angekündigt, den Zugang für Nutzer in Großbritannien zu sperren. Das Unternehmen begründete dies mit dem Online Safety Act, den es als gescheitert bezeichnete. Bis dahin mussten britische Nutzer ihre Altersangaben durch Eingabe einer Kreditkarte oder das Hochladen eines amtlichen Ausweises in ein Altersverifikationssystem namens All Pass Trust bestätigen.

Nach dem 2. Februar wurden alle nicht verifizierten Nutzer aus Großbritannien von den Seiten ausgeschlossen. Aylo und der neue Eigentümer Ethical Capital Partners (ECP), der das Unternehmen 2023 übernommen hatte, kritisierten die britischen Gesetze als übermäßig invasiv und ineffektiv.

Kritik an Altersverifikationsgesetzen

Experten warnen seit Langem, dass standortbasierte Altersverifikationen wie die im Online Safety Act vorgeschriebenen Maßnahmen nicht nur unwirksam sind, um Minderjährige zu schützen, sondern auch legale Inhalte für Erwachsene einschränken. Stattdessen plädiert die Branche für gerätebasierte Lösungen und elterliche Kontrollen, die bereits auf vielen Geräten als optionale Funktion verfügbar sind.

Die Altersverifikation auf Geräteebene bleibt jedoch umstritten, insbesondere bei Gruppen, die sich für Meinungsfreiheit und uneingeschränkten Internetzugang einsetzen. In den USA haben bereits mehr als die Hälfte der Bundesstaaten strenge Altersverifikationsgesetze eingeführt, in denen Aylo den Zugang blockiert und Nutzer auffordert, sich an ihre Vertreter zu wenden.

Ausblick: Was bedeutet das für Nutzer?

Die Aufhebung der Sperre in Großbritannien ist ein erster Schritt, um die Nutzung legaler Inhalte wieder zu ermöglichen. Allerdings bleibt die Debatte über die Effektivität und Verhältnismäßigkeit von Altersverifikationsgesetzen weiterhin bestehen. Während einige Länder auf strengere Kontrollen setzen, fordern andere Branchenvertreter und Datenschützer flexiblere Lösungen, die sowohl den Schutz von Minderjährigen als auch die Rechte von Erwachsenen berücksichtigen.

Quelle: 404 Media