Warner Bros. Discovery (WBD) hat im ersten Quartal 2024 einen Umsatz von 8,89 Mrd. Dollar erzielt, was einem leichten Rückgang von 1 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Nettoverlust belief sich auf 2,92 Mrd. Dollar, darunter 1,3 Mrd. Dollar für Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Bewertungsanpassungen von Inhalten und Restrukturierungskosten. Zudem wurde eine Rückerstattungsgebühr von 2,8 Mrd. Dollar an Netflix gezahlt, die im Falle einer besseren Übernahmeangebot oder Vertragsverstößen an Paramount Skydance zurückfließt.
Die Streaming-Sparte entwickelte sich jedoch positiv: Der Umsatz stieg um 9 % auf 2,9 Mrd. Dollar, während die Gewinne um 29 % auf 438 Mio. Dollar zulegten. Treiber waren vor allem mehr werbefinanzierte Abonnenten und die internationale Expansion von HBO Max. Ein Rückgang der Inhaltslizenzerlöse um 27 % und das Fehlen der NBA sowie eines Vertriebsdeals belasteten die Ergebnisse jedoch.
WBD gibt keine quartalsweisen Abonnentenzahlen mehr bekannt, bestätigte aber, dass die Gesamtzahl der Abonnenten im Quartal die Marke von 140 Millionen überschritten hat. Bis Ende 2024 strebt das Unternehmen mehr als 150 Millionen Abonnenten an.
Die Studios-Sparte verzeichnete ein starkes Wachstum: Der Umsatz stieg um 35 % auf 3,13 Mrd. Dollar, die Gewinne sogar um 156 % auf 775 Mio. Dollar. Verantwortlich waren höhere TV- und Kinoumsätze durch Lizenzgeschäfte und die internationale HBO-Max-Ausweitung. Die Spiele-Sparte bremste das Wachstum mit einem Umsatzrückgang von 30 %, verursacht durch geringere Erlöse aus bestehenden Titeln.
Die linearen Fernsehnetzwerke entwickelten sich weiterhin schwach: Der Umsatz sank um 8 % auf 4,38 Mrd. Dollar, die Gewinne um 9 % auf 1,63 Mrd. Dollar. Gründe waren weniger Pay-TV-Abonnenten in den USA (-10 %), während höhere Affiliate-Gebühren und Lizenzdeals teilweise gegensteuerten.
Paramount-Übernahme bleibt auf Kurs – regulatorische Hürden noch nicht genommen
Die geplante Übernahme von Paramount durch WBD im Wert von 110 Mrd. Dollar hat die Zustimmung der Aktionäre erhalten und soll im dritten Quartal 2024 abgeschlossen werden. Allerdings steht die Transaktion noch unter regulatorischer Prüfung:
- In den USA prüfen mehrere Bundesbehörden sowie eine Gruppe von Generalstaatsanwälten unter Führung von Kalifornien die Fusion.
- In Großbritannien läuft die öffentliche Konsultation zur Fusionsprüfung, deren Frist kürzlich endete.
- Paramount hat zudem die Genehmigung der FCC für ausländische Investoren beantragt, die 49,5 % der Anteile der fusionierten Gesellschaft halten sollen. Laut Paramount gibt es nach Abschluss der Prüfung durch das US-Justizministerium keine rechtlichen Hindernisse mehr, doch die Behörden können jederzeit eingreifen.
Die Aktien von WBD fielen nach Bekanntgabe der Zahlen um 0,6 % im nachbörslichen Handel.