Herzschlag könnte vor Krebs schützen – Studie an Mäusen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zählen in den USA zu den häufigsten Todesursachen. Besonders bemerkenswert: Krebs befällt das Herz nur selten. Warum das so ist, war bisher unklar. Eine aktuelle Studie liefert nun eine mögliche Erklärung.

Forscher der University of Texas Southwestern Medical Center vermuten, dass die ständige mechanische Belastung des Herzens durch den Herzschlag eine feindliche Umgebung für Krebszellen schafft. Das Organ schlägt täglich tausende Male und pumpt dabei große Mengen Blut – ein Prozess, der offenbar das Wachstum von Tumoren hemmt.

Studie zeigt: Mechanische Kräfte bremsen Krebs

Die im Fachmagazin Cell veröffentlichte Studie basiert auf Experimenten mit Mäusen. Die Forscher beobachteten, dass Krebszellen, die in das Herzgewebe injiziert wurden, sich dort kaum ausbreiteten. Im Vergleich zu anderen Organen wie Leber oder Lunge war die Tumorlast deutlich geringer.

„Die mechanischen Kräfte des Herzens scheinen eine natürliche Barriere gegen Krebs zu bilden“, erklärt Studienleiter Dr. Hesham Sadek. „Diese Erkenntnis könnte neue Ansätze für die Krebsforschung eröffnen.“

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die ständige Bewegung des Herzens das Mikroumfeld so verändert, dass Krebszellen sich nicht ansiedeln können.“
— Dr. Hesham Sadek, University of Texas Southwestern Medical Center

Experten zeigen sich beeindruckt

Fachleute bewerten die Studie als vielversprechend, betonen jedoch, dass weitere Forschung nötig ist. „Die Daten sind faszinierend, aber wir stehen erst am Anfang“, sagt Dr. Anil K. Sood, Krebsforscher am MD Anderson Cancer Center.

Die Studie wirft neue Fragen auf: Könnten ähnliche Mechanismen auch in anderen Organen eine Rolle spielen? Und lassen sich diese Erkenntnisse für neue Therapien nutzen?

Ausblick: Potenzial für zukünftige Krebstherapien

Die Forscher hoffen, dass ihre Ergebnisse langfristig zu neuen Behandlungsmethoden führen könnten. Möglicherweise ließe sich der schützende Effekt des Herzschlags künstlich nachahmen, um Krebs in anderen Organen zu bekämpfen.

Bis dahin bleibt die Studie ein wichtiger Schritt, um die komplexen Zusammenhänge zwischen mechanischen Kräften und Krebsentstehung besser zu verstehen.

Quelle: STAT News