Eine neue Metaanalyse der renommierten Cochrane Collaboration bestätigt den Nutzen des PSA-Tests zur Früherkennung von Prostatakrebs. Die Studie, veröffentlicht am Donnerstag, kommt zu dem Schluss, dass die Blutuntersuchung das Risiko, an Prostatakrebs zu sterben, spürbar senken kann.
Laut den Autoren um Juan Franco von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf besteht eine „moderate Sicherheit“, dass der Test – der erhöhte PSA-Werte als Hinweis auf ein mögliches Karzinom erkennt – die krebsspezifische Sterblichkeit reduziert. Die Effekte sind zwar gering, aber messbar: Die Analyse von sechs großen Studien mit insgesamt 800.000 Männern aus Europa und Nordamerika ergab, dass bei etwa zwei von 1.000 gescreenten Männern weniger Prostatakrebs-Todesfälle auftreten.
Wie der PSA-Test funktioniert
Der Prostata-spezifische Antigen-Test (PSA) misst die Konzentration eines Eiweißes im Blut, das von der Prostata produziert wird. Erhöhte Werte können auf ein Karzinom hinweisen, sind aber nicht immer eindeutig. Daher wird der Test oft als erster Schritt in der Früherkennung eingesetzt, gefolgt von weiteren Untersuchungen wie einer Gewebeentnahme (Biopsie).
Kritik und Kontroversen
Trotz der neuen Erkenntnisse bleibt die Debatte um den PSA-Test umstritten. Kritiker verweisen auf mögliche Überdiagnosen und unnötige Behandlungen, da nicht jeder erhöhte PSA-Wert zwangsläufig auf Krebs hindeutet. Zudem können falsch-positive Ergebnisse zu psychischer Belastung führen.
Die Cochrane-Autoren betonen jedoch, dass die Vorteile des Screenings – insbesondere die Vermeidung von Todesfällen – die Risiken überwiegen. „Die Daten zeigen klar, dass PSA-Tests Leben retten können“, so Franco.
Empfehlungen für Männer
Experten raten Männern ab 50 Jahren – oder ab 45 bei familiärer Vorbelastung – zu einer individuellen Risikoabwägung mit ihrem Arzt. Eine regelmäßige Vorsorge kann helfen, Prostatakrebs früh zu erkennen und gezielt zu behandeln. Die neue Studie könnte nun zu einer breiteren Akzeptanz des Screenings führen.