Eine aktuelle Studie legt nahe, dass GLP-1-Medikamente wie Ozempic und Wegovy das Überleben bei Brustkrebs verbessern und das Risiko für Rückfälle senken könnten. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal JAMA Network Open veröffentlicht.

Die Untersuchung zeigt, dass GLP-1-Medikamente bei Patientinnen mit Adipositas, Typ-2-Diabetes oder beiden Erkrankungen die Überlebensraten erhöhen und die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens von Brustkrebs verringern. Besonders im Vergleich zu Insulin oder Metformin allein war das Sterberisiko bei Diabetes-Patientinnen geringer.

Brustkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten in den USA und macht etwa 30 % aller neu diagnostizierten Krebserkrankungen bei Frauen aus. Patientinnen mit Brustkrebs, die zusätzlich an Adipositas oder Typ-2-Diabetes leiden, haben oft eine schlechtere Prognose. GLP-1-Medikamente, die ursprünglich zur Behandlung von Diabetes und Adipositas entwickelt wurden, könnten hier eine zusätzliche therapeutische Option bieten.

Forschungsdetails und Expertenmeinungen

Die Studie unter der Leitung von Kristina L. Tatum, Dozentin an der Virginia Commonwealth University, analysierte Daten von Patientinnen mit Brustkrebs und metabolischen Erkrankungen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1RA) das Überleben verbessern und Rückfälle reduzieren könnten.

„Patientinnen mit Brustkrebs, Adipositas oder Typ-2-Diabetes haben oft einen komplexeren Krankheitsverlauf. Unsere Ergebnisse sind ermutigend, da sie darauf hindeuten, dass GLP-1RA möglicherweise mit einer besseren Überlebensrate und geringeren Rückfallquoten verbunden sind.“

Kristina L. Tatum, Hauptautorin der Studie

Auch Amy Bremner, Brustkrebschirurgin am MemorialCare Saddleback Medical Center, sieht in den Ergebnissen Potenzial: „Adipositas ist ein etablierter Risikofaktor für bestimmte Brustkrebsarten. Fettgewebe produziert Östrogen, das das Wachstum bestimmter Tumore fördert. Durch Gewichtsverlust könnte sich das Rückfallrisiko verringern.“

Mechanismen und weitere Forschung

GLP-1-Medikamente wirken primär über die Regulation des Blutzuckerspiegels und die Förderung des Sättigungsgefühls. Gleichzeitig könnten sie indirekt das Brustkrebsrisiko senken, indem sie Adipositas und damit verbundene Stoffwechselstörungen verbessern.

Die Studie betont jedoch, dass weitere Forschung notwendig ist, um die genauen Zusammenhänge zu klären. Bisher handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, die keine kausalen Schlussfolgerungen zulässt. Dennoch bieten die Ergebnisse wichtige Ansätze für zukünftige Therapieansätze.

Quelle: Healthline