Die US-Pharmaindustrie hat im vergangenen Jahr so viel Geld in Lobbying gesteckt wie nie zuvor. Insgesamt 17 Unternehmen, die an der neuen Preissenkungsinitiative TrumpRx der US-Regierung beteiligt sind, gaben 2025 über 130 Millionen Dollar für Lobbying aus. Das entspricht einem Anstieg von fast 23 % im Vergleich zum Vorjahr und übertrifft den Branchendurchschnitt deutlich.
Laut der Organisation OpenSecrets, die politische Finanzierung und Lobbying-Aktivitäten dokumentiert, entfiel mehr als ein Viertel der Rekordausgaben von 457,3 Millionen Dollar in der Pharmabranche auf diese Unternehmen. Die Zahlen für das erste Quartal 2026 zeigen zudem, dass die Ausgaben weiter steigen: Mit über 131 Millionen Dollar wurde ein Anstieg von 5,7 % im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Der Großteil der Lobbying-Bemühungen fand jedoch bereits 2025 statt – noch vor dem offiziellen Start von TrumpRx im Februar 2026.
Die Initiative zielt darauf ab, die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente zu senken, was die Branche vor erhebliche Herausforderungen stellt. Kritiker werfen der Pharmaindustrie vor, durch massives Lobbying Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen, um eigene Interessen zu schützen.
Eli Lilly stoppt Aufklärungskampagne in Indien nach regulatorischer Warnung
Der Pharmakonzern Eli Lilly hat seine Aufklärungskampagne „We Know Now“ in Indien vorzeitig beendet. Die Kampagne, die Mitte 2025 gestartet wurde, sollte das Bewusstsein für Fettleibigkeit als chronische Erkrankung schärfen – statt sie als persönliches Versagen darzustellen. Dabei wurden unter anderem Zeitungsanzeigen, Social-Media-Posts, Plakate und Kooperationen mit Bollywood-Stars genutzt. Obwohl der Name des Medikaments Mounjaro nicht erwähnt wurde, erschien das Firmenlogo von Eli Lilly auf allen Materialien.
Die indische Arzneimittelbehörde Drugs Controller General of India warnte das Unternehmen jedoch im März 2026 in einem Schreiben, dass die Kampagne gegen Werbevorschriften für verschreibungspflichtige Medikamente verstoßen könnte. In einer 16-seitigen Antwort vom 10. April erklärte Eli Lilly, die Kampagne aus „übertriebener regulatorischer Vorsicht“ eingestellt zu haben. Die Behörde hatte zuvor betont, dass selbst indirekte Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente unzulässig sei.
Bristol Myers Squibb geht Partnerschaft mit chinesischem Unternehmen ein
Ein weiteres großes Pharmaunternehmen, Bristol Myers Squibb, hat kürzlich eine strategische Partnerschaft mit einem chinesischen Partner bekannt gegeben. Die Details der Vereinbarung wurden zwar nicht vollständig offengelegt, doch soll sie die gemeinsame Entwicklung und Vermarktung neuer Therapien in Asien vorantreiben. Die Zusammenarbeit könnte Bristol Myers Squibb helfen, seine Präsenz auf dem stark wachsenden chinesischen Markt zu stärken – einem der wichtigsten Zukunftsmärkte der Pharmaindustrie.
Experten sehen darin einen weiteren Schritt, um die globale Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Gleichzeitig unterstreicht die Partnerschaft die zunehmende Bedeutung Chinas als Innovations- und Produktionsstandort für die Pharmabranche.