Der langjährige Fox-News-Moderator Sean Hannity hat sich in einem neuen Interview mit Donald Trump deutlich verärgert über dessen vage Aussagen zur aktuellen Lage im Iran gezeigt. Die Diskussion, die am Donnerstagabend ausgestrahlt wurde, offenbarte die wachsende Ungeduld des konservativen Meinungsmachers.
Hannity versuchte mehrfach, eine klare Antwort von Trump zu erhalten, etwa zu der Frage, ob China als einer der größten Abnehmer iranischen Öls Einfluss auf Teheran ausüben könne. Doch der US-Präsident wich aus und lenkte das Gespräch auf mögliche Ölgeschäfte zwischen den USA und China um.
"Do you think President Xi and China have the ability to influence the Iranians, considering they are one of their biggest customers?"
— fragte Hannity.
"Yea probably but—um, look, he’s not coming in with guns, they’re not coming in shooting,"
— antwortete Trump.
Als Hannity nachhakte, blieb Trump unkonkret. Statt einer klaren Stellungnahme verwies er auf mögliche wirtschaftliche Vereinbarungen: "They get a lot of their oil—40 percent of their oil—from that location. So what has happened, and one thing that I think we’re going to make a deal on, is they’ve agreed they want to buy oil from the United States."
In einem weiteren Austausch zeigte sich Trump erneut ausweichend, als es um die Haltung Chinas zum iranischen Atomprogramm ging. Auf die Frage, ob Xi Jinping Trumps Argument gegen ein iranisches Nukleararsenal unterstütze, antwortete Trump: "I don’t think China wants Iran to have a nuclear weapon, either. I said, ‘They’re stone cold crazy. You don’t need them having a nuclear weapon.’"
Hannity: "And what did he say?"r>Trump: "Well, he’s not going to respond too much, he’s a pretty cool guy. He’s not going to say, ‘Oh, that’s a good point.’"r>Hannity: "Do you think he agreed? What was the impression?"r>Trump: "I don’t think he wants them to have—no, he would like to see it end."
Trump betont weiterhin, dass er den Druck auf den Iran erhöhen wolle, bis dessen Führung seine Forderung nach einer Beendigung des Atomprogramms akzeptiere. Doch die tatsächlichen Fortschritte Irans in diesem Bereich bleiben unklar.
Bereits am 22. Juni hatte die Trump-Administration gezielte Luftangriffe auf drei iranische Nuklearstandorte – darunter Fordo, Natanz und Isfahan – angeordnet. Die Regierung behauptete damals, der Angriff habe das iranische Atomprogramm um „Jahre“ zurückgeworfen. Kritiker wie der ehemalige Direktor des Nationalen Antiterrorzentrums, Joe Kent, widersprachen dieser Darstellung jedoch vehement. In seinem Rücktrittsschreiben im März argumentierte Kent, dass der Iran keine unmittelbare Bedrohung für die USA darstelle und der Krieg vor allem auf Druck Israels und dessen Einfluss in Washington begonnen worden sei.
Seit Beginn des Konflikts vor elf Wochen haben die USA und Israel nach eigenen Angaben tausende iranische Kämpfer getötet. Die genauen Opferzahlen und die langfristigen Folgen des Krieges bleiben jedoch umstritten.