Der US-Vizepräsident JD Vance erlebte am Freitag eine peinliche Demütigung, als sein Versuch, eine Gedenkveranstaltung in eine politische Kundgebung umzuwandeln, auf eisiges Schweigen stieß. Bei der Trauerfeier für die National Peace Officers des Fraternal Order of Police vor dem Kapitol in Washington blieb seine Rede fast unbeachtet.

Vance nutzte die Gelegenheit, um die Kriminalitätsbekämpfung der Trump-Regierung zu loben: „Wie wäre es, wenn die Bundesregierung Gewaltverbrecher ins Gefängnis steckt, statt sie freizulassen?“ Seine provokante Frage wurde mit einer langen, unangenehmen Pause quittiert, bevor das Publikum zögerlich klatschte. Ein Video des peinlichen Moments verbreitete sich schnell in sozialen Medien.

Experten widersprechen jedoch Vance’ Darstellung. Studien zeigen, dass es keine signifikante Zunahme von Gewaltverbrechen bei Beschuldigten gibt, die aufgrund von Kaution freigelassen wurden. Zudem waren die Kriminalitätsraten bereits vor Trumps Amtsantritt rückläufig – ein Fakt, den Vance ignorierte. Stattdessen behauptete er, die Trump-Regierung habe durch die Bekämpfung von Drogen- und Migrantenkriminalität einen historischen Rückgang der Gewaltverbrechen erreicht.

Diese Aussage ist wissenschaftlich nicht haltbar. Statistiken belegen, dass Einwanderer seltener Straftaten begehen als in den USA geborene Bürger. Dennoch nutzte Vance die Gelegenheit für pauschale Vorwürfe, die an seine bekannte fremdenfeindliche Rhetorik anknüpfen. Bereits in der Vergangenheit hatte er rassistische Äußerungen getätigt und gezielt gegen Migrantenkinder hetzerische Kampagnen geführt.

Sein Auftritt unterstreicht die wachsende Skepsis gegenüber Vance als möglichem Präsidentschaftskandidaten der Republikaner 2028. Sollte sich sein Führungsstil nicht ändern, könnte dies den Demokraten den Einzug ins Weiße Haus erleichtern.