Als bekannt wurde, dass Aaron Rodgers zu den Pittsburgh Steelers wechseln würde, schien zunächst eine Rückkehr zur Normalität in die Stadt am Zusammenfluss der drei Flüsse einzuziehen. Doch die Situation bleibt ungewöhnlich: Rodgers nimmt nicht an einem Veteranentraining teil, sondern an einem Rookie-Minicamp – und das, obwohl die Steelers offenbar nicht einmal mit seinem Besuch gerechnet hatten.

Ein Grund für die Überraschung: Es gibt noch immer keine Einigung über einen Vertrag für 2026. Zwar betonen einige, dass es nicht um das Geld gehe, doch in der NFL geht es bei Vertragsverhandlungen zwischen Teams und erfahrenen Spielern letztlich immer um die finanzielle Komponente. Sämtliche anderen Vertragsbestandteile sind durch den Collective Bargaining Agreement (CBA) vorgegeben. Nur die Höhe und Struktur der Zahlungen sind verhandelbar.

Hinzu kommt: Rodgers hat den Steelers 2025 ein Einstiegsangebot unterbreitet – für die kommende Saison. Doch nun steigt der Preis. Die Steelers wollen verständlicherweise nicht mehr zahlen als das Einstiegsgehalt von 13,65 Millionen Dollar, allenfalls mit einer leichten Inflationsanpassung. Wie viele kluge Verbraucher wissen, die beim Kundenservice mit einer Kündigungsdrohung höhere Rabatte aushandeln, wehren sich die Steelers gegen eine Erhöhung.

Aus Rodgers’ Perspektive gibt es kaum Verhandlungsmacht. Es gibt keine Alternative. Kein anderes Team hat Interesse an einem Vertrag mit ihm. Auch die Steelers haben keine Alternative: Mason Rudolph, Will Howard oder der Rookie Drew Allar wären keine gleichwertigen Optionen.

Genau aus diesem Grund haben die Steelers den UFA-Tender eingesetzt – offiziell, um einen Kompensations-Draftpick zu sichern, falls Rodgers woanders unterschreibt. Doch tatsächlich geht es wohl darum, seine Alternativen zu blockieren. Ohne den Tender hätte Rodgers warten und sich jederzeit einem anderen Team anschließen können – vor, während oder nach der Saison, sogar in den Playoffs.

Die Botschaft wäre klar gewesen: „Zahlt mir, was ich verlange, oder ich warte auf eine bessere Gelegenheit.“

Doch die Steelers haben diesen Weg versperrt. Jetzt bleibt Rodgers nur die Wahl: Entweder er einigt sich mit Pittsburgh – oder er spielt gar nicht. Das zwingt beide Seiten, sich auf eine finanzielle Lösung zu verständigen, zumal Rodgers bereits in Pittsburgh ist und offenbar plant, im Umkleideraum zu verweilen, bis ein Deal steht.

Was ist ein faires Gehalt für Rodgers 2026?

Mindestens wird die Zahl mit einer „2“ beginnen. Fair wäre ein Gehalt von rund 25 Millionen Dollar pro Jahr. Zum Vergleich: Malik Willis hat mit nur sechs NFL-Starts einen Vertrag über genau diese Summe bei den Miami Dolphins unterschrieben.