Es ist ein wiederkehrendes Klagelied in der Popkultur: Könnte man ‚Herr der Ringe‘ heute noch so drehen wie damals, zu Beginn des neuen Jahrtausends? Peter Jacksons epische Trilogie vereinte klassische Filmtechniken mit den Pioniertagen der digitalen Effekte – und schuf damit ein Werk, das bis heute Maßstäbe setzt. Doch Andy Serkis, einer der visionärsten Pioniere der CGI-Technik, widerspricht dieser Skepsis entschieden. „Das geht sehr wohl“, betont er und fügt hinzu: „Wir machen es gerade.“
Serkis übernimmt bei The Hunt for Gollum nicht nur die Rolle des Gollum, sondern auch die Regie. Und er ist überzeugt, dass das Team mit den gleichen Experten, die einst an den Originalfilmen mitwirkten, erneut Großes schaffen wird. „Die Szenenbildner, die Set-Designer – sie alle sind zurück. Wir nutzen Miniaturen und kombinieren alte Techniken mit modernen Methoden“, erklärt er. „Das Ergebnis wird vertraut wirken, aber gleichzeitig eine völlig neue Geschichte erzählen.“
Ein Prequel mit Tiefgang
Ursprünglich dachten Fans, der Film würde die Lücke zwischen Gandalfs Entdeckung des Einen Rings und seiner Rückkehr mit der Warnung vor seiner Macht füllen – eine Zeitspanne von 17 Jahren. Doch neue Hinweise deuten darauf hin, dass The Hunt for Gollum ein vollwertiges Prequel ist, das vor den Ereignissen der Original-Trilogie spielt. Serkis bestätigt diese Vermutung: „Es ist kein reiner Nostalgie-Trip. Gollum bietet so viel mehr.“
Der Film positioniert sich bewusst zwischen der Welt von Der Hobbit und der Original-Trilogie. „Technisch, visuell und stilistisch wollen wir beide Welten verbinden“, sagt Serkis. „Wir setzen mehr auf Prothesen für die Orks und drehen an Originalschauplätzen.“
Gollum als Metapher für Überlebenskampf
Für Serkis ist die Figur des Gollum tief mit seiner eigenen künstlerischen Identität verbunden. „Er ist nie weit von meinem Unterbewusstsein entfernt“, gesteht er. Doch anders als im Film spielt er die Rolle nicht im Alltag nach. Nur bei besonderen Anlässen – etwa wenn Fans ihm von ihrer Hoffnung erzählen, die sie in der Figur gefunden haben – lässt er sich darauf ein. Viele sehen in Gollum eine Metapher für Sucht und Überwindung. „Er ist ein zutiefst ambivalenter Charakter, aber er zeigt auch, wie man aus der Dunkelheit findet“, erklärt Serkis.
Ein neuer Aragorn für die Jagd
Ein weiterer Höhepunkt: Die Rückkehr einer ikonischen Figur. Aragorn, einst von Viggo Mortensen verkörpert, wird in The Hunt for Gollum von Jamie Dornan gespielt. „Er wird überraschen“, deutet Serkis an – und lässt damit Raum für Spekulationen, wie sich die Neuinterpretation des zukünftigen Königs von Gondor auf die Handlung auswirken wird.