John Steinbecks 1952 erschienener Roman East of Eden wird erneut verfilmt – diesmal als Netflix-Limited Series mit Florence Pugh in der Hauptrolle. Der kürzlich veröffentlichte Trailer deutet an, dass die Serie eine völlig neue Perspektive auf die bekannte Geschichte bietet.
Der Roman erzählt über mehrere Generationen hinweg die Schicksale der Familien Trask und Hamilton. Im Mittelpunkt steht ein düsteres Drama aus Gut und Böse, Gier, Gewalt und Vernachlässigung, das zwischen dem Amerikanischen Bürgerkrieg und dem Ende des Ersten Weltkriegs spielt. Die Handlung beginnt mit den Halbbrüdern Adam und Charles Trask, deren Vater durch Bevorzugung eine toxische Rivalität schafft, die die Familie über Generationen prägt.
Adam heiratet Ames – später bekannt als Kate Trask –, eine Frau ohne moralische Grenzen. Nach der Geburt ihrer Zwillinge Aron und Cal verlässt sie die Familie und wird in Salinas, Kalifornien, zur Prostituierten. Diese Entscheidung markiert einen entscheidenden Wendepunkt: Ames lehnt sich gegen die gesellschaftlichen Erwartungen ihrer Zeit auf und nutzt ihre Weiblichkeit als Waffe, um Macht zu erlangen. Steinbeck porträtiert sie als eine der grausamsten Antagonistinnen der Literatur – eine Allegorie auf Satan in der biblischen Geschichte von Kain und Abel. Später im Roman verliert sie ihre verführerische Schönheit und erhält dämonische Züge, die ihre manipulative und zerstörerische Natur unterstreichen.
Als geborene Soziopathin begeht Ames Morde, spaltet Familien und begeht grausame Taten. Trotz ihrer Abscheulichkeit fasziniert sie als eine der meistgehassten, aber fesselndsten Figuren in Steinbecks Werk.
Der Trailer präsentiert Ames nun in einem völlig neuen Licht: Statt als kaltblütige Bösewichtin wird sie als eine von Trauma gezeichnete Frau gezeigt, die in einem ergreifenden Monolog ihre Kindheitsängste offenbart:
"Als kleines Mädchen stellte ich mir vor, ich könnte so klein werden, dass die schlimmen Dinge mich nicht mehr finden. Ich könnte verschwinden. Denn die Welt ist voller Böses."
Der Trailer zeigt kurze Einblicke in Ames‘ Leben – ihre Jugend, die Hochzeit mit Adam, die Geburt der Zwillinge und die spätere Begegnung mit ihnen in ihrem Bordell. Die düstere Atmosphäre durchzieht den gesamten Trailer und vermittelt ein Gefühl der Gefangenschaft, das Ames‘ Schicksal widerspiegelt. Im Gegensatz zu früheren Adaptionen wirkt sie hier weniger emotionslos und arrogant. In Elia Kazans Verfilmung von 1955 spielte Jo Van Fleet die Rolle der Ames als eine Figur der Dunkelheit, die selbst in ihrem Bordell eine bedrohliche Präsenz blieb.