Asiatisch-amerikanische Community verzeichnet höchste Angstwerte
Asiatisch-amerikanische Bürger in den USA leiden unter mehr Angst als jede andere ethnische Gruppe. Dies geht aus dem aktuellen STAATUS Index 2026 hervor, einer repräsentativen Umfrage unter 1.500 Erwachsenen in den USA. Demnach geben 44 % der Befragten an, sich aktuell Sorgen um ihre Zukunft zu machen – ein Wert, der höher liegt als bei allen anderen Gruppen.
Hoffnung schwindet: Angst überwiegt bei asiatisch-amerikanischen Bürgern
Während die allgemeine Bevölkerung in den USA Hoffnung auf die Zukunft äußert, zeigt sich bei asiatisch-amerikanischen Bürgern ein gegenteiliges Bild: Nur 40 % blicken optimistisch in die Zukunft. Damit sind sie die einzige Gruppe, bei der die Angst die Zuversicht übersteigt. Gleichzeitig unterstützen 66 % der asiatisch-pazifisch-amerikanischen Bürger (AAPI) Programme für Diversität, Gleichheit und Inklusion (DEI) – der höchste Wert aller ethnischen Gruppen.
Politische Spannungen und Diskriminierung prägen das Klima
Die Umfrage verdeutlicht, wie politische Entscheidungen in Washington die Wahrnehmung der asiatisch-amerikanischen Community beeinflussen. Themen wie Einwanderung, Handelsbeziehungen zu China und Visapolitik stehen im Fokus. Gleichzeitig wachsen Vorurteile und Fehleinschätzungen gegenüber asiatisch-amerikanischen Bürgern in der breiten Öffentlichkeit:
- 21 % der US-Bürger glauben, dass chinesisch-amerikanische Bürger eine Bedrohung für die Gesellschaft darstellen.
- 24 % sind der Meinung, asiatisch-amerikanische Bürger seien ihrem Heimatland loyaler als den USA – fast die Hälfte der Befragten ist sich unsicher.
- 40 % können keinen bekannten asiatisch-amerikanischen Prominenten nennen, obwohl Namen wie Bruno Mars oder Kamala Harris in der Diskussion stehen.
Hasskriminalität bleibt auf hohem Niveau
Obwohl die Zahl der anti-asiatischen Hassverbrechen 2025 leicht um 17 % im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist, bleibt das Niveau deutlich über dem Stand vor der Pandemie. Seit 2015 hat sich die Zahl der Vorfälle verdreifacht. Experten warnen vor einer anhaltenden Verschlechterung des gesellschaftlichen Klimas.
„Es handelt sich nicht mehr um extreme Einzelfälle, sondern um systematischen Druck.“
Norman Chen, CEO der Asian American Foundation (TAAF)
Chen betont, dass die Debatten um Einwanderung, die Spannungen mit China und Fragen zur Staatsbürgerschaft die Ängste der Community weiter schüren. Gleichzeitig gibt es Anzeichen für positive Entwicklungen: Laut Sruthi Chandrasekaran, Datenexpertin bei TAAF, sind viele US-Bürger offen für sachliche Informationen – etwa zu Studentenvisa. „Das ist ein Hoffnungsschimmer.“
Sichtbarkeit steigt, aber Sicherheit und Zugehörigkeit hinken hinterher
Asiatisch-amerikanische Bürger gewinnen zunehmend an kultureller und gesellschaftlicher Sichtbarkeit. Dennoch zeigen die Daten, dass Anerkennung, Sicherheit und Zugehörigkeit in der Gesellschaft noch nicht ausreichend verankert sind. Die Umfrage unterstreicht die Diskrepanz zwischen öffentlicher Wahrnehmung und der realen Lebenssituation der Community.
Hintergrund: STAATUS Index 2026
Der STAATUS Index (Social Tracking of Asian Americans in the U.S.) wird jährlich von der Asian American Foundation (TAAF) in Zusammenarbeit mit dem NORC an der Universität Chicago durchgeführt. Die aktuelle Erhebung basiert auf einer repräsentativen Stichprobe von 1.500 Erwachsenen in den USA und wurde zwischen dem 16. Januar und 10. Februar 2026 durchgeführt.