Billy Donovan schien sich bei den Chicago Bulls längst als prägende Figur etabliert zu haben. Nicht nur hatte er den Sportdirektor Arturas Karnisovas und den General Manager Marc Eversley überdauert – er erhielt sogar eine ungewöhnlich deutliche Rückendeckung von Michael Reinsdorf, dem Sohn des Teambesitzers und aktuellen Präsidenten des Clubs.

Reinsdorf betonte damals:

"Wenn ich jemanden interviewe und dieser ist nicht von Billy überzeugt, dann ist er auch nicht von einem Hall-of-Fame-Trainer überzeugt."
Damit war Donovan praktisch zum zweiten Mann im Team gekürt worden – ein Novum in der sonst so hierarchischen NBA.

Doch die Realität der Bulls ist eine andere: Seit Jahren kämpft das Team mit mediocre Leistungen. In den letzten zehn Jahren erreichten sie nur zweimal die Playoffs – und verloren beide Serien. Die durchschnittliche Siegquote von .426 (entspricht etwa 35-47 Siegen pro Saison) spricht für sich. Trotz dieser Bilanz ist ein NBA-Cheftrainerposten ein begehrter Job – und Stabilität in unsicheren Strukturen ist selten.

Doch Donovan entschied sich anders: Nach nur zwei Wochen im Amt kündigte er überraschend seinen Rücktritt. Er verließ die Bulls aus eigenem Antrieb, statt sich auf eine neue Führungsebene einzulassen. Sein Schritt wirkt wie die Entscheidung eines Mannes, der in einer Sackgasse keine Zukunft mehr sieht – während Reinsdorf offenbar eine offene Straße vor sich sah.

Wohin Donovan als Nächstes geht, ist noch unklar. Doch eines ist sicher: Die NBA wird sich fragen, warum ein Top-Coach wie er die Bulls so schnell wieder verlässt. Die Spekulationen über seinen nächsten Arbeitgeber sind bereits in vollem Gange – und eine Position sticht dabei besonders hervor.

Welcher Job könnte Donovan als Nächstes anziehen?

  • Golden State Warriors: Steve Kerrs Zukunft ist unsicher – Donovan wäre eine starke Alternative.
  • Los Angeles Clippers: Nach dem Abgang von Tyronn Lue könnte ein erfahrener Coach wie Donovan passen.
  • New York Knicks: Die Suche nach einem neuen Head Coach läuft – Donovan wäre ein Top-Kandidat.
  • Philadelphia 76ers: Doc Rivers’ Zukunft ist fraglich – Donovan könnte eine Option sein.
  • Internationale Angebote: Auch europäische Top-Teams könnten Interesse zeigen.

Eines ist klar: Donovan hat sich für einen Neuanfang entschieden – und die NBA wird genau beobachten, wohin dieser führt.

Quelle: Defector