Die Denver Broncos gehen mit drei Quarterbacks in die neue Saisonvorbereitung. Doch die Zukunft von Starter Bo Nix ist ungewiss: Nach einer zweiten Operation an seinem im Playoff-Spiel gegen die Bills gebrochenen Knöchel steht sein Status noch nicht fest. Die Frage liegt nahe: Könnte das Team einen weiteren Quarterback für das Offseason-Programm verpflichten?
Head Coach Sean Payton wurde am Samstag bei einer Pressekonferenz darauf angesprochen. Seine Antwort fiel differenziert aus:
"Das ist eine gute Frage. Wir werden das besprechen. Wir haben 90 Kaderplätze – es ist also möglich, jemanden für ein Probetraining zum Minicamp einzuladen. Normalerweise sind zwei Quarterbacks kein Problem. Es würde eher dann zum Thema werden, wenn ein Spieler in der Trainingslager-PUP-Liste stünde. Das wird aber nicht der Fall sein."
Payton betonte, dass eine zusätzliche Verpflichtung nicht ausgeschlossen sei, aber aktuell vor allem die Entwicklung der beiden vorhandenen Quarterbacks im Fokus stehe. Besonders E.J. Warner überzeuge ihn:
E.J. Warner, Sohn der Hall-of-Fame-Legende Kurt Warner, erinnert Payton an den ehemaligen NFL-Quarterback Chase Daniel – sowohl in Größe, Gewicht und Spielweise. Warner habe sich trotz eines Wechsels in ein neues System schnell eingelebt und zeige eine beeindruckende Anpassungsfähigkeit.
"Er hat sich in der Huddle blitzschnell bewegt, einen schnellen Release und einen guten Wurfarm. Er ist ein ganz anderer Typ Spieler als sein Vater. E.J. Warner wurde in Fresno State sogar noch mehr gefeiert als Kurt Warner in Northern Iowa."
Payton ging auch auf die zunehmende Bedeutung kleinerer Colleges im modernen College-Football ein. Durch die NIL-Regelungen (Name, Image, Likeness) und die erleichterten Transfermöglichkeiten wechseln Talente von kleineren Schulen wie Jackson State oder Eastern Illinois zu größeren Programmen wie Auburn oder Purdue. Warner selbst durchlief diesen Weg: von Temple über Rice bis zu Fresno State.
Der Trend zeigt, dass immer mehr Spieler von kleineren Hochschulen in höhere Divisionen aufsteigen. Payton erklärte:
"Früher gab es ein bestimmtes Verhältnis zwischen Draft-Picks und Division-I-Spielern. Heute ist dieses Verhältnis viel höher. Die NIL-Ära hat die Landschaft komplett verändert."