Toyota und Lexus hinken bei autonomem Fahren hinterher

Während General Motors mit Super Cruise, Ford mit Blue Cruise und Stellantis mit Hands-Free Active Driving Assist bereits marktreife, hochautomatisierte Fahrsysteme anbieten, fehlt Toyota und Lexus eine vergleichbare Lösung. Die einst vielversprechende Teammate-Technologie wurde weitgehend eingestellt.

Der einstige Vorreiter der Branche scheint die Entwicklung autonomer Fahrsysteme vernachlässigt zu haben. Zwar wurde Teammate in Modellen wie dem Mirai und dem Lexus LS getestet, doch nach dem Auslaufen der LS-Produktion und der Einstellung des Teammate-Systems im Mirai nach 2023 bleibt nur ein technologisches Vakuum.

Welche Alternativen bieten Toyota und Lexus heute?

Die aktuellen Assistenzsysteme der Marken fallen im Vergleich zur Konkurrenz deutlich ab:

  • Lexus Safety System+ 4.0 im ES (ab 48.895 €): Adaptive Tempomat und Spurhalteassistent, in höheren Ausstattungen mit Traffic Jam Assist und Lane Change Assist – aber kein echtes hands-free-Fahren.
  • Lexus Safety System+ 3.0 im LX (ab 108.550 €): Ältere Technologie ohne Spurwechselassistent, obwohl der SUV bis zu 142.950 € kostet.

Zum Vergleich: Der Cadillac Escalade (ab 91.100 €) bietet Super Cruise für 3.000 € Aufpreis, der Lincoln Navigator (ab 92.745 €) hat Blue Cruise serienmäßig, und der Infiniti QX80 Autograph (ab 112.195 €) kommt mit ProPILOT Assist 2.1.

Warum investieren Toyota und Lexus nicht in autonome Fahrsysteme?

Experten sehen mehrere mögliche Gründe:

  • Sicherheitsbedenken: Die japanischen Hersteller legen traditionell mehr Wert auf bewährte Sicherheitstechnologien als auf hochautomatisierte Lösungen.
  • Kosten-Nutzen-Abwägung: Die Entwicklung solcher Systeme ist extrem teuer – möglicherweise fehlt die Bereitschaft, in eine Technologie zu investieren, die noch nicht flächendeckend akzeptiert wird.
  • Strategische Entscheidung: Toyota setzt stattdessen auf Toyota Safety Sense, ein umfassendes Paket klassischer Assistenzsysteme, das auf Unfallvermeidung statt auf autonomes Fahren fokussiert.

Könnte die Zurückhaltung ein Fehler sein?

Autonome Fahrsysteme werden zunehmend zu einem entscheidenden Kaufargument, besonders in der Premiumklasse. Kunden, die Wert auf Komfort und moderne Assistenzfunktionen legen, könnten sich bei fehlender Innovation für Konkurrenten entscheiden. Zudem bieten Systeme wie Super Cruise oder Blue Cruise nicht nur Komfort, sondern auch neue Einnahmequellen durch Abonnements und Software-Updates.

Toyota und Lexus riskieren damit, in einem wichtigen Zukunftsmarkt den Anschluss zu verlieren. Während andere Hersteller ihre Technologien kontinuierlich verbessern, bleibt unklar, ob die japanischen Marken ihre Strategie noch ändern werden.

"Die Konkurrenz schläft nicht. Wer heute keine hochautomatisierten Fahrsysteme anbietet, könnte morgen Kunden verlieren – besonders in der Luxusklasse."

— Branchenanalyst

Fazit: Ein strategisches Risiko?

Toyota und Lexus setzen weiterhin auf bewährte Sicherheitstechnologien statt auf hochautomatisiertes Fahren. Ob diese Zurückhaltung langfristig erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Nachfrage nach innovativen Assistenzsystemen wächst – und wer sie nicht bedient, könnte Kunden an die Konkurrenz verlieren.

Quelle: CarScoops