Der hochkarätige Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping in Peking zog diese Woche die Aufmerksamkeit der internationalen Medien auf sich. Während die meisten großen US-Sender ihre prominentesten Moderatoren nach China entsandten, um live zu berichten, blieb ein Name auffällig abwesend: Tony Dokoupil, Anker der CBS Evening News.
Dokoupil, der in letzter Zeit ohnehin mit Pech und Pannen zu kämpfen hat, fand sich stattdessen auf einem Hotelflur in Taipeh wieder – über 1.000 Kilometer von Peking entfernt. Wie er in seiner Sendung am Mittwochabend erklärte, befand er sich „gerade etwa 100 Meilen vor der Küste Chinas“. Doch Taipeh ist zwar geografisch nah an China, politisch jedoch ein völlig anderes Terrain.
Der Grund für Dokoupils ungewöhnliche Position: Die CBS hatte es versäumt, rechtzeitig ein Visum für ihren Moderator zu besorgen. Wie Semafor-Reporter Max Tani berichtete, musste das Netzwerk Dokoupil kurzfristig nach Taipeh schicken. Doch das Unglück nahm seinen Lauf. Während seiner Live-Schalte brach der Kameramann plötzlich zusammen. CBS bestätigte später, dass der Mitarbeiter unverletzt blieb, doch die Übertragung endete abrupt.
Die Pannenserie für Dokoupil scheint kein Ende zu nehmen. Erst kürzlich hatte die Chefredakteurin von CBS News, Bari Weiss, Schlagzeilen mit umstrittenen Eingriffen in die Sendung gemacht. Jetzt steht nicht nur Dokoupils Karriere, sondern auch die Logistik des Senders infrage. Während Kollegen in Peking den historischen Gipfel begleiteten, kämpfte Dokoupil in Taipeh mit Visa-Problemen und medizinischen Notfällen – ein Debakel, das die Glaubwürdigkeit des Senders weiter schwächen könnte.