Die Geschichte der Technik ist voller Ideen, die zunächst scheiterten, später aber als visionär galten. Der ursprüngliche Steam Controller war ein solches Beispiel: eigenwillig, von einer kleinen Fangemeinde geliebt und letztlich ein kommerzieller Misserfolg. Doch seine Grundidee – zwei Trackpads als Eingabegeräte – lebte im Steam Deck weiter und bewies dort ihre Stärke.
Jetzt kehrt Valve mit einem überarbeiteten Steam Controller zurück. Der Name bleibt, doch die Technik wurde optimiert. Zwar verzögert sich der Start der neuen Steam Machines aufgrund hoher Hardwarekosten, doch für PC-Spieler innerhalb des Valve-Ökosystems – insbesondere für diejenigen, die vom Sofa aus zocken – ist der Controller eine ideale Lösung.
Der Steam Controller im Wohnzimmer-PC-Lifestyle
Auch wenn die offizielle Steam Machine auf sich warten lässt, habe ich sie bereits in meinem Zuhause: als Gaming-PCs mit einer unveränderlichen Linux-Version. Mein Haupt-PC und mein Wohnzimmer-PC booten beide mit Bazzite, während mein Wohnzimmer-PC sogar komplett von Windows befreit wurde. Zusätzlich arbeite ich an einem umgebauten BC250 Crypto-Mining-Karte, die ich zu einer inoffiziellen Steam Machine umbaue – mehr dazu bald.
Ein Großteil meines Spielens findet am Wohnzimmer-PC statt: ein kompakter, vor-Corona gekaufter Rechner, der in etwa einer Basis-PS5 entspricht und noch viel Potenzial hat. Er läuft Indie-Titel problemlos, und dank Moonlight kann ich Spiele sogar aus meinem Büro streamen. Daneben ist das Steam Deck eines meiner meistgenutzten Konsolen. Der Steam Machine-Lifestyle ist für viele bereits Realität – ich lebe ihn seit Jahren.
Hinweis: Valve stellte Aftermath einen Steam Controller zur Verfügung.
Warum ein Wohnzimmer-PC mehr ist als nur ein Gaming-Rechner
Ein PC im Wohnzimmer wirkt oft unaufgeräumt: Tastatur und Maus auf dem Couchtisch sind kein ästhetisches Highlight. Im Laufe der Jahre habe ich zahlreiche Setups ausprobiert, angepasst an wechselnde Wohnsituationen und die Notwendigkeit, dass auch andere Nutzer damit klarkommen müssen. Bazzite und SteamOS reduzieren zwar den Aufwand, indem sie direkt in den Big-Picture-Modus starten, doch irgendwann landet man doch im Desktop-Modus – und dann braucht man eine Alternative zu Maus und Tastatur.
Die Suche nach der perfekten Eingabelösung
Ich habe fast jede erdenkliche Lösung getestet, um diesen Kompromiss weniger umständlich zu gestalten. Die bekanntesten Optionen:
- Logitech K400: Die Standardlösung mit integriertem Trackpad – praktisch, aber eine billige Tastatur mit miserablem Tippgefühl.
- Framework-Tastatur: Ein neuer Mitbewerber, der mit der Open-Source-Firmware ZMK wirbt und Logitechs Dominanz infrage stellt.
Beide Lösungen sind Kompromisse, doch der Steam Controller bietet hier einen entscheidenden Vorteil: Er kombiniert präzise Steuerung mit einer vertrauten Controller-Oberfläche – perfekt für das Zocken vom Sofa aus.
Valve hat mit der Rückkehr des Steam Controllers eine klare Botschaft: Nicht jede innovative Idee scheitert für immer. Manchmal braucht es nur den richtigen Zeitpunkt – oder das passende Gerät.