Florida-Gouverneur Ron DeSantis soll laut Insidern bei Präsident Donald Trump um einen Posten in dessen Regierung „betteln“. Wie Axios unter Berufung auf sechs Quellen berichtet, habe DeSantis Interesse an mehreren Schlüsselpositionen, darunter das Amt des Generalstaatsanwalts, des Verteidigungsministers oder sogar ein Richteramt am Obersten Gerichtshof der USA.
Warum das wichtig ist
DeSantis steht vor dem Ende seiner zweiten Amtszeit als Gouverneur im Januar 2025 und sucht nach einer neuen Perspektive. Laut einer Quelle habe Trump signalisiert, seinem ehemaligen Rivalen – und nunmehrigen Verbündeten – helfen zu wollen. Ein gemeinsames Mittagessen in Trumps Golfclub in Miami vor etwa einer Woche habe die Gespräche über DeSantis’ Zukunft vertieft.
„Ron hat mich angefleht, Generalstaatsanwalt zu werden“, soll Trump einem Vertrauten gesagt haben. Dieser habe die Aussage an Axios weitergegeben.
Ein weiterer Insider ergänzte: „Es gab ein Gespräch beim Mittagessen. Ich glaube nicht, dass das AG-Amt realistisch ist. Aber er braucht eine neue Aufgabe, und Trump mag ihn.“
Hintergründe und mögliche Kandidaten
Die jüngsten Gespräche zwischen DeSantis und Trump intensivierten sich, nachdem der Präsident Kristi Noem als Ministerin für Innere Sicherheit und Pam Bondi als Generalstaatsanwältin abgelehnt hatte. Aktuell fungiert Trumps persönlicher Anwalt Todd Blanche als amtierender Generalstaatsanwalt – ein Posten, den Trump ihm nur vorübergehend übertragen hat.
Ein Berater erklärte: „Blanche hat etwa 90 Tage Zeit, zu beweisen, was er kann.“ Blanche soll im Rahmen der „Großen Verschwörung“-Ermittlungen gegen politische Gegner Trumps tätig sein, die im südlichen Bezirk Floridas laufen.
DeSantis’ Ambitionen: Verteidigung oder Supreme Court?
Laut Insidern strebt DeSantis weniger das Amt des Generalstaatsanwalts an, sondern vielmehr den Posten des Verteidigungsministers oder sogar einen Sitz am Obersten Gerichtshof – sein „Traumjob“. Ein mit den Gesprächen vertrauter Quelle sagte: „DeSantis hat null Interesse am AG-Posten, aber er würde zwei Dinge wollen: Kriegsminister oder Richter am Supreme Court.“
Der konservative Supreme-Court-Richter Clarence Thomas und DeSantis pflegten laut der Quelle eine fast „vater-sohn-ähnliche Beziehung“. Ein solches Amt wäre für Trump ein „verdammt gutes Vermächtnis“, so die Einschätzung.
Politische Spannungen und Vergessenheit
DeSantis hatte 2024 eine kurze, aber erbitterte Vorwahlkampagne gegen Trump geführt. Seitdem hat sich das Verhältnis zwischen beiden zwar verbessert, doch die Rivalität bleibt präsent. Ein Trump-Berater sagte: „Vergangenes ist Vergangenheit. Aber das heißt nicht, dass man vergisst.“
Ein weiterer Vertrauter ergänzte: „Es gibt einen guten Grund, warum der Präsident DeSantis nicht zum Generalstaatsanwalt ernennen würde: Die Risiken sind zu hoch.“
Offizielle Stellungnahmen
Das Weiße Haus lehnte eine Stellungnahme ab. DeSantis’ Sprecher Alex Lanfranconi betonte in einer Erklärung, der Gouverneur pflege ein „großartiges Verhältnis“ zu Trump. Er kritisierte Medien, die sich auf „falsche Gerüchte“ konzentrierten, statt die gemeinsamen Erfolge Floridas und der Trump-Regierung zu würdigen.
„Der Gouverneur freut sich darauf, mit Präsident Trump weiter bei der Durchsetzung von Einwanderungsgesetzen, der Restaurierung der Everglades und der Reform des College-Sports zusammenzuarbeiten“, so Lanfranconi.
Zeitliche Einordnung der Gespräche
Erste Gespräche zwischen DeSantis und Trump über eine mögliche Position begannen bereits nach Trumps Wiederwahl 2024. Damals erwog Trump, DeSantis zum Verteidigungsminister zu ernennen, entschied sich jedoch für Pete Hegseth – damals noch Fox-News-Kommentator. Falls Hegseth das Amt verlässt, könnte DeSantis laut Quellen eine starke Option sein.
Fazit: DeSantis auf Jobsuche, Trump bleibt wählerisch
Während DeSantis aktiv nach einer neuen Rolle in der Trump-Administration sucht, zeigt sich der ehemalige Präsident zurückhaltend. Die jüngsten Entwicklungen deuten darauf hin, dass DeSantis eher mit einer weniger prominenten Position rechnen muss – oder ganz leer ausgeht. Die politischen Dynamiken zwischen beiden bleiben komplex und von historischen Konflikten geprägt.