Mit frühen Serienverlängerungen, zwei Spin-offs und mehreren angekündigten Projekten schien sich das 'The Boys'-Universum einst rasant auszudehnen. Doch nun steht das Franchise vor einem Wendepunkt: Die Hauptserie endet nach Staffel 5, und mit 'Gen V' wurde kürzlich ein weiteres Spin-off nach nur zwei Staffeln eingestellt. Gleichzeitig kämpft ein weiteres Projekt um Aufmerksamkeit.
Im Juni 2024 wurde bekannt gegeben, dass 'The Boys' mit der fünften Staffel enden wird. Wenig später erklärte Showrunner Eric Kripke, dass eine zweite Staffel von 'The Boys Presents: Diabolical' unwahrscheinlich sei. Nun folgte die offizielle Absage von 'Gen V' – ebenfalls nach zwei Staffeln. In einer gemeinsamen Stellungnahme betonten Kripke und Executive Producer Evan Goldberg:
"Wir wünschten, wir könnten die Party in Godolkin noch eine weitere Staffel fortsetzen, aber wir sind entschlossen, die Geschichten der Gen-V-Charaktere in 'The Boys' Staffel 5 und anderen VCU-Projekten fortzuführen. Ihr werdet sie wiedersehen."
Bereits im Oktober 2023 hatte Kripke gewarnt, dass 'Gen V' nur bei guten Quoten verlängert würde. Die nun erfolgte Absage deutet darauf hin, dass diese nicht erreicht wurden. Damit bleiben nur noch zwei angekündigte Spin-offs: 'The Boys: Mexico' und 'Vought Rising'.
Doch während 'Vought Rising' bereits die Dreharbeiten abgeschlossen hat und für 2027 geplant ist, kommt 'The Boys: Mexico' kaum voran. Kripke bestätigte kürzlich, dass sich das Projekt noch im Stadium des Pilotdrehbuchs befindet. Damit schrumpft das einst vielversprechende Franchise plötzlich zusammen – und steht vor einer entscheidenden Phase.
Ist 'The Boys' am Höhepunkt angelangt?
Die Frage drängt sich auf: Leidet das satirische Franchise, das Amazon einst so begeistert unterstützte, nun selbst unter der Superhelden-Müdigkeit? Die Reaktionen auf die finale Staffel von 'The Boys' waren gemischt. Einige Fans kritisierten Füll-Episoden, während in Online-Foren wie Reddit vermehrt über Nebenhandlungen und die Einführung von 'Vought Rising' diskutiert wird.
Obwohl interne Entscheidungen bei Amazon Prime Video nicht einsehbar sind, deutet vieles auf eine strategische Neuausrichtung hin. Zwar mag es so wirken, als würde das 'The Boys'-Franchise auseinanderbrechen – doch tatsächlich steht es an einem entscheidenden Scheideweg. Mit dem Ende der Hauptserie muss das Franchise beweisen, dass es auch ohne die zentrale Handlung überleben kann. Doch die bisherigen Spin-offs 'Diabolical' und 'Gen V' haben gezeigt, dass dies keine leichte Aufgabe ist.
Satire verliert an Schärfe
Ein weiteres Problem: Die einst frische und schockierende Satire des Franchises scheint mit der Zeit an Wirkung verloren zu haben. Nach fast fünf Staffeln wirken die Charaktere wie Homelanders manische Taten, Butchers Verrat, Hughies optimistische Art und Starlights Entwicklung für viele Fans mittlerweile vertraut – und weniger überraschend. Die ursprüngliche Provokation, die 'The Boys' einst auszeichnete, ist einer gewissen Routine gewichen.
Die Zukunft des Franchises hängt nun davon ab, ob die verbleibenden Projekte wie 'Vought Rising' das Publikum zurückgewinnen können. Sollte dies nicht gelingen, könnte 'The Boys' tatsächlich an seinem eigenen Erfolg scheitern – trotz aller anfänglichen Begeisterung.