Im Jahr 1981 kaufte ein Sammler seinen ersten Wagen – einen blauen, zweitürigen Chrysler Newport Baujahr 1965. Der Preis: lächerliche 50 Dollar. Verkauft wurde ihm das Auto von seinem Bruder. Ein Schnäppchen, wie sich herausstellte, denn er behielt den Newport ganze zehn Jahre. Doch dann verkaufte er ihn – und bereute die Entscheidung bis heute.
In den folgenden Jahrzehnten besaß er weitere Mopar-Modelle, darunter einen 1958er Saratoga, einen DeSoto aus dem Jahr 1961 und einen Imperial von 1962. Besonders der Saratoga machte ihm viel Freude, doch der Newport blieb stets in seinen Gedanken.
2010 war es schließlich soweit: Der Sammler beschloss, einen zweiten Newport zu finden. Die Suche führte ihn zunächst auf eBay – doch das Angebot zeigte den Wagen in einem desolaten Zustand. Kein Gebot von seiner Seite, doch sofort bereute er seine Zurückhaltung. Ein zweitüriger Chrysler Newport aus dem Jahr 1965 ist schließlich kein Alltagsauto.
Kurze Zeit später tauchte das gleiche Fahrzeug auf Craigslist auf. Diesmal war es der gleiche Wagen – der eBay-Käufer hatte das Projekt offenbar fallen lassen. Zweimal gefunden, zweimal ein Zeichen, dachte der Sammler. Mit kleinem Budget und einem erschwinglichen Kaufpreis wurde der Deal perfekt. Doch der Wagen kam nicht fahrbereit an: 30 Jahre unter einem Baum hatten ihre Spuren hinterlassen. Der Newport war seit Jahrzehnten nicht mehr bewegt worden.
Anfangs überwältigt, machte sich der Besitzer sofort an die Arbeit. Das Ergebnis? Fast alles funktionierte nicht – bis auf die Kofferraumbeleuchtung. Nach dem Einbau einer neuen Batterie war dies das einzige Teil, das noch arbeitete. Der Wagen war in einem katastrophalen Zustand, fast schon ein reines Ersatzteilauto. Doch abgesehen von der Farbe war er ein exaktes Ebenbild seines ersten Newports. Und das ist das Besondere: Motor und Getriebe waren original und mussten nicht überholt werden – ein Beweis für die Qualität der Chrysler-Ingenieure aus dieser Zeit.
Zwölf Jahre später hat sich der Newport zu einem gepflegten Oldtimer entwickelt, der heute ein sorgenfreies Leben führt. Eine Ehre, die ihm lange nicht zuteilwurde. Doch der Wagen weckt Erinnerungen und zieht Bewunderer an, wenn er auf der Straße zu sehen ist.