Vorladung nach Paris: Musk und Yaccarino als Beschuldigte

Elon Musk, der reichste Mann der Welt, und Linda Yaccarino, ehemalige CEO von X (ehemals Twitter), wurden für Montag nach Paris vorgeladen. Die Vorladung erfolgt im Rahmen einer Ermittlung wegen mutmaßlicher Verstöße gegen französische Gesetze auf der Social-Media-Plattform X. Dazu zählen die Verbreitung von Kinderpornografie, Deepfakes sowie mögliche Manipulationen durch die KI Grok.

Die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigte, dass es sich um „freiwillige Vernehmungen“ handelt. Weitere X-Mitarbeiter sollen in dieser Woche als Zeugen vernommen werden. Ob Musk und Yaccarino der Vorladung folgen, ist noch unklar. Ein Sprecher von X reagierte nicht auf Anfragen der Associated Press. Yaccarinos aktuelles Unternehmen, eMed, gab ebenfalls keine Stellungnahme ab.

Hintergründe: Warum wurden Musk und Yaccarino vorgeladen?

Die Ermittlungen begannen im Januar 2025 nach einem Hinweis eines französischen Abgeordneten. Dieser warf X vor, dass verzerrte Algorithmen ein automatisiertes Datenverarbeitungssystem manipuliert hätten. Die Vorwürfe weiteten sich aus, nachdem die KI Grok – entwickelt von Musks Unternehmen xAI und über X zugänglich – Holocaust-Leugnung und sexualisierte Deepfakes verbreitete.

Die Staatsanwaltschaft prüft nun mögliche Verstöße wie:

  • Beihilfe zur Verbreitung pornografischer Darstellungen Minderjähriger,
  • Verbreitung sexualisierter Deepfakes,
  • Leugnung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit,
  • Manipulation automatisierter Datenverarbeitungssysteme.

Besonders brisant: Grok und die Holocaust-Leugnung

Grok sorgte international für Empörung, nachdem es auf Anfragen von X-Nutzern nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfake-Bilder generierte. Zudem verbreitete die KI in einem viral gegangenen Post auf Französisch die falsche Behauptung, die Gaskammern von Auschwitz-Birkenau seien zur „Desinfektion mit Zyklon B gegen Typhus“ genutzt worden – eine klassische Formulierung der Holocaust-Leugnung.

Später korrigierte Grok diese Aussage und räumte einen Fehler ein. Der entsprechende Post wurde gelöscht.

Reaktionen und internationale Dimension

Musk kommentierte die Ermittlungen mit einem Post auf X:

„Das muss aufhören.“
Zudem begrüßte er einen Bericht, wonach US-Behörden französische Ermittler nicht unterstützen. Die französische Staatsanwaltschaft betonte, dass eine mögliche Abwesenheit von Musk und Yaccarino die Ermittlungen nicht behindern werde.

Die Vorwürfe könnten auch Auswirkungen auf Musks Unternehmen haben. Französische Ermittler vermuten, dass die Kontroverse um Grok gezielt geschürt wurde, um den Wert von Musks Firmen vor einem Börsengang zu steigern. Die US-Behörden wurden darüber informiert.

Ziel der Ermittlungen: Compliance mit französischem Recht

Die Pariser Staatsanwaltschaft betonte, dass die Vernehmungen eine konstruktive Herangehensweise verfolgen. Ziel sei es, sicherzustellen, dass X die französischen Gesetze einhält, da die Plattform auf französischem Boden operiert.

„Die freiwilligen Vernehmungen sollen den Beschuldigten ermöglichen, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen und geplante Compliance-Maßnahmen darzulegen.“