Die zweite Staffel von „The Pitt“ hat den gefürchteten Zweitjahresfluch erfolgreich überwunden: Mit durchschnittlich 16,2 Millionen Zuschauern in den USA (Stand: aktuell) verzeichnet die von Noah Wyle angeführte medizinische Dramaserie einen beeindruckenden Anstieg von 57 Prozent gegenüber ihrer ersten Staffel. Während viele Streaming-Produktionen in der zweiten Saison mit sinkenden Zuschauerzahlen zu kämpfen haben, schließt „The Pitt“ mit Rekordwerten ab – die finale Folge der zweiten Staffel verdoppelte sogar die Einschaltquoten des Staffelfinale der ersten Staffel.
Doch nicht alle Serien können diesen Erfolg verbuchen. So startete die zweite Staffel von „Running Point“ mit Kate Hudson in der Hauptrolle auf Netflix mit nur 5,3 Millionen Aufrufen – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 9,3 Millionen Aufrufen der ersten Staffel in der ersten Woche 2025. Auch „Beef“ hatte in seiner zweiten Staffel einen holprigen Start: In der Premierewoche verzeichnete die Serie lediglich 2,4 Millionen Aufrufe und belegte den letzten Platz in Netflix‘ meistgeschauten TV-Listen. Erst in der zweiten Woche stieg die Zahl auf 4,1 Millionen Aufrufe an. Zum Vergleich: Die erste Staffel von „Beef“ debütierte 2023 noch als drittmeistgeschaute TV-Serie der Woche, bevor Netflix seine Messmethoden änderte – ein direkter Vergleich ist daher nicht möglich.
Doch was macht den Unterschied zwischen „The Pitt“ und anderen Serien aus? Ein entscheidender Faktor könnte das wöchentliche Veröffentlichungsmodell sein, das HBO Max konsequent umsetzt. Während viele Streaming-Dienste auf Binge-Watching setzen, gibt „The Pitt“ seinen Fans die Möglichkeit, sich wöchentlich zu neuen Folgen zu versammeln. Dies schafft nicht nur eine treue Fangemeinde, sondern bietet auch neuen Zuschauern einen einfacheren Einstieg in die Serie – ein Modell, das andere Anbieter übernehmen könnten.
Die Zahlen von Nielsen unterstreichen diesen Erfolg: Nach der Premiere im Januar verzeichnete „The Pitt“ in der ersten Woche 939 Millionen Minuten an Zuschauerzeit. Innerhalb weniger Wochen stieg die Zahl auf über eine Milliarde Minuten pro Woche an und blieb bis zur zwölften Folge stabil bei etwa 1,21 Milliarden Minuten. Mit nur zwölf von 15 Folgen, die bisher gemessen wurden, summiert sich die Zuschauerzeit bereits auf 8,3 Milliarden Minuten. Es ist wahrscheinlich, dass die Serie am Ende der zweiten Staffel die 11,4 Milliarden Minuten der ersten Staffel übertreffen wird. Insgesamt haben beide Staffeln seit dem Start der zweiten Staffel bereits 13,2 Milliarden Minuten an Zuschauerzeit generiert – ein Beweis dafür, dass neue Zuschauer die erste Staffel nachholen.
Ein weiterer Vorteil von „The Pitt“: Die Serie teilt sich den Streaming-Dienst mit erfolgreichen HBO-Produktionen wie „The Last of Us“ oder „The White Lotus“. Doch das wöchentliche Veröffentlichungsmodell funktioniert auch bei anderen Anbietern. So konnten Reality-Formate wie „The Traitors“ oder „Love Island USA“ auf Peacock durch regelmäßige Ausstrahlungen zu Pflichtprogrammen werden und ihre Einschaltquoten über die Staffeln hinweg steigern.
Nicht alle Serien kämpfen jedoch mit sinkenden Zuschauerzahlen in der zweiten Staffel. Einige Produktionen wie „Paradise“ mit Shailene Woodley und Sterling K. Brown in den Hauptrollen verzeichnen ebenfalls steigende Quoten. Dennoch zeigt „The Pitt“, dass ein strategisches Veröffentlichungsmodell und eine treue Fangemeinde entscheidend für den Erfolg einer Serie sein können – selbst in einer Zeit, in der Streaming-Dienste zunehmend auf Binge-Watching setzen.