HOUSTON, TEXAS – Die Houston Rockets stehen vor einem ungewöhnlichen Paradoxon: Ohne ihren Starspieler Kevin Durant gewinnen sie plötzlich Spiele. Nach einer 0:3-Führung gegen die Los Angeles Lakers in der ersten Playoff-Runde holten sie mit zwei Siegen in Folge auf und zwangen die Serie zurück nach Texas. Doch wie kann ein Team ohne seinen besten Scorer plötzlich besser performen?
Die Rockets ohne Durant: Ein unerwarteter Erfolg
Die Antwort ist komplex. Klar ist: Die Rockets sind nicht besser ohne Durant. Doch in bestimmten Situationen scheint das Team ohne ihn effizienter zu agieren. Durant, einer der besten Scorer der NBA, ist zwar ein Offensiv-Talent, aber sein Spielstil passt nicht immer zum System der Rockets.
Die Rockets setzen in dieser Saison stark auf Jugend und Athletik, um schnelle Transition-Offensiven zu nutzen. Durant hingegen ist ein klassischer Halbzeit-Spieler, der das Spiel eher kontrolliert. Seine Stärken liegen im Scoring, doch seine Präsenz kostet das Team oft in anderen Bereichen – insbesondere bei Ballverlusten und defensiver Stabilität.
Statistische Einblicke: Warum Durant nicht immer hilft
Laut Daten von Cleaning the Glass verbesserte Durant die Offense der Rockets um +3,4 Punkte pro 100 Ballbesitz. Gleichzeitig verschlechterte sich ihre Defensive um +4,1 Punkte pro 100 Ballbesitz. Sein Einfluss auf das Spiel ist also nicht immer positiv. In der regulären Saison lag die Punktedifferenz der Rockets in Durants Minuten nur im 49. Perzentil – ein enttäuschendes Ergebnis für einen Topscorer.
Besonders auffällig: Die Rockets gewinnen ihre letzten beiden Spiele vor allem durch Balleroberungen. In Spiel 4 und 5 gewannen sie den Turnover-Wettkampf mit 39:24 und holten daraus 48:32 Punkte. Reed Sheppard, ein junger Guard, war dabei entscheidend: Mit einer Steal-Rate im 93. Perzentil schnitt er besser ab als Durant (17. Perzentil).
"Als es so aussah, als würden die Rockets ein weiteres Spiel verschenken, war es der Sophomore Reed Sheppard, der es rettete – mit einem spektakulären Steal und Dunk."
Die Grenzen des Experiments
Doch die Erfolge ohne Durant haben Grenzen. Die Rockets verloren Spiel 1 und 3 – ebenfalls ohne ihn im Kader. Spiel 3 war sogar eine der größten Pleiten der Franchise-Geschichte. Zudem trifft die Lakers in dieser Serie nur mit 24,5% Trefferquote, was die Statistiken verzerrt.
Fazit: Die Rockets sind kein besseres Team ohne Durant, aber in bestimmten Momenten funktioniert ihr Spiel besser ohne ihn. Die Frage ist, ob dieser Trend anhält – oder ob Durant im entscheidenden Moment doch noch die Führung übernimmt.