Kontroverse Teilnahme trotz Medienkritik

FCC-Chef Brendan Carr wird am diesjährigen Dinner der Weißen Haus-Korrespondenten teilnehmen. Wie er dem Magazin Status mitteilte, wird er damit in einem Washingtoner Ballsaal Platz nehmen, in dem auch Medienvertreter sitzen, die er selbst untersucht hat. Erst vor wenigen Wochen hatte Carr behauptet, Donald Trump gewinne den Kampf gegen die „Fake-News-Medien“.

Kein Tisch mit CBS News

Carr betonte, dass er nicht am Tisch von CBS News sitzen werde, das unter anderem den Verteidigungsminister Pete Hegseth und Trumps Berater Stephen Miller eingeladen hat. Allerdings berichtete Status, dass das Mutterunternehmen von CBS, Paramount unter David Ellison, Carr eine Einladung zu einem seiner Tische angeboten habe. Auf Anfrage von Status reagierte weder ein Paramount-Sprecher noch ein Vertreter der FCC auf die Frage, ob Carr das Angebot angenommen hat.

Untersuchungen gegen Medienunternehmen

Während seiner Amtszeit als oberster Medienaufseher unter Trump hat Carr wiederholt Medienunternehmen und Unterhaltungsfirmen wegen Inhalten oder Richtlinien unter Druck gesetzt, die nicht mit den Prioritäten des damaligen Präsidenten übereinstimmten. Erst letzte Woche leitete er eine Untersuchung gegen die ABC-Talkshow „The View“ ein. Der Vorwurf: Die Sendung habe möglicherweise gegen die Equal-Time-Regel verstoßen, als sie den demokratischen Senatskandidaten James Talarico interviewte. Carr stellt infrage, ob Shows wie „The View“ oder „The Late Show“ weiterhin Ausnahmen von dieser Regel erhalten sollten.

Seit Carr im vergangenen Jahr das Amt des FCC-Vorsitzenden übernommen hat, hat er bereits Ermittlungen gegen NPR, PBS und weitere Medien eingeleitet. Einige dieser Drohungen hatten bereits Konsequenzen: So suspendierte Disneys Mutterkonzern ABC im September letzten Jahres den Moderator Jimmy Kimmel, nachdem Carr dem Unternehmen wegen kritischer Äußerungen Kimmels zur Ermordung von Charlie Kirk gedroht hatte.

Kritik an Trumps Medienpolitik

Die Ankündigung von Carrs Teilnahme erfolgt kurz nachdem mehr als 250 Journalisten einen offenen Brief an die Weiße Haus-Korrespondenten-Vereinigung richteten. Darin forderten sie, das diesjährige Dinner solle „entschieden gegen Donald Trumps Versuche, die Pressefreiheit zu untergraben“, Stellung beziehen. In dem Schreiben wurden mehrere Beispiele für Trumps Angriffe auf die Medien während seiner zweiten Amtszeit aufgeführt – darunter auch Carrs Ermittlungen.

Das Dinner der Weißen Haus-Korrespondenten findet am Samstag statt und gilt als eines der wichtigsten gesellschaftlichen Ereignisse in der US-Hauptstadt.

Quelle: The Wrap