Das Repräsentantenhaus-Sicherheitskomitee der USA untersucht das KI-Modell Mythos von Anthropic in einer Reihe von geheimen Briefings und geplanten Anhörungen. Hintergrund sind wachsende Fragen, ob und wie Bundesbehörden die Technologie nutzen werden – insbesondere ihre Fähigkeit, Cyberrisiken autonom zu identifizieren.
Geheimbriefing mit Anthropic für Sicherheitsausschuss
Am Mittwoch fand ein geheimes Briefing des Heimatschutzausschusses mit Vertretern von Anthropic statt. Der Vorsitzende des Cybersecurity-Subkomitees, Andy Ogles (Republikaner, Tennessee), kündigte bereits eine öffentliche Anhörung zu Mythos an. Gleichzeitig forderten demokratische Mitglieder des Ausschusses eine klassifizierte Unterrichtung mit Anthropic.
Mehrere Schlüsselpolitiker, darunter der demokratische Ausschussvorsitzende Bennie Thompson (Mississippi) und Ogles selbst, konnten an dem Briefing nicht teilnehmen. Ein anwesender Teilnehmer bezeichnete die Sitzung jedoch als „produktiv“.
„Die Mitglieder beider Parteien konzentrierten sich darauf, den technologischen Vorsprung der USA in der KI zu wahren – insbesondere durch den Erhalt unserer Rechenleistung.“
„Zudem wurden Fragen zur Nutzung von Mythos durch Bundesbehörden gestellt, etwa zur Rolle des CISA und den Auswirkungen der Lieferkettenrisiko-Einstufung.“
Wie The Hill berichtet, wurde das Briefing auf Seiten von Anthropic von Logan Graham (Frontier Red Team) und Josh Tilstra (National Security Programs and Policy) geleitet. Es folgte ein kürzlich abgehaltenes geheimes Briefing mit Anthropic und OpenAI für denselben Ausschuss.
Uneinigkeit über Nutzung von Mythos in Bundesbehörden
Während einige Behörden wie die NSA Mythos bereits einsetzen, gibt es bei anderen wie dem CISA offenbar keine Nutzung. Diese Uneinigkeit fällt mit einer Sperrliste des Pentagon zusammen, die Anthropic als „Lieferkettenrisiko“ einstufte, nachdem das Unternehmen sich weigerte, sein KI-Modell Claude in vom Pentagon gewünschten Szenarien einzusetzen.
Trotz der Sperrliste nutzt das Verteidigungsministerium laut eigenen Angaben Mythos zur Identifizierung von Cyberrisiken.
Interne Konflikte in der Trump-Administration
Ein Machtkampf innerhalb der Regierung über die Prüfung von KI-Modellen zeichnet sich ab. Wie The Washington Post berichtet, könnte dies zu Verzögerungen bei der Nutzung fortschrittlicher KI-Technologien durch US-Geheimdienste führen. Jim Himes, demokratischer Vorsitzender des Geheimdienstausschusses, bezeichnete dies als „unverantwortlich“ und forderte frühzeitigen Zugang der Spionagebehörden zu modernster KI.
Das Briefing zu Mythos fand einen Tag nach der Ankündigung einer eigenen Cybersicherheits-Initiative durch OpenAI statt.