Geomagnetische Stürme, ausgelöst durch Sonneneruptionen, können schwerwiegende Folgen haben: Sie stören Satellitenkommunikation, GPS-Signale und Stromnetze – und damit unseren Alltag und moderne Technologien. Um ihre Auswirkungen zu minimieren, ist es entscheidend, diese Stürme besser zu verstehen. Bisher konzentrierten sich Forscher vor allem auf interplanetare Bedingungen.
Neue Erkenntnisse zur Rolle der Erdmagnetfeld-Ausrichtung
Ein Team um Ghag et al. [2026] hat nun untersucht, wie das ultraviolette Licht der Sonne (EUV) während geomagnetischer Stürme mit dem Erdmagnetfeld interagiert. Dabei berücksichtigten sie die zeitabhängige Verschiebung und Neigung des Magnetfelds gegenüber der Erdrotationsachse. Diese Veränderungen beeinflussen, wie viel EUV-Strahlung die Erde erreicht – und damit auch die Ionosphäre und ihre Wechselwirkung mit der Magnetosphäre.
Für ihre Analyse nutzten die Wissenschaftler das Multiscale Atmosphere-Geospace Environment (MAGE), ein physikbasiertes, gekoppeltes Modell des gesamten Georaums. Die Studie zeigt, dass der Zeitpunkt eines Sturms dessen Auswirkungen maßgeblich bestimmt. Durch die Berücksichtigung des zeitabhängigen Zustands der Erde lassen sich Rückschlüsse auf die Vorhersagbarkeit geomagnetischer Stürme ziehen.
Visualisierung der Magnetfeld-Verschiebung
Die Abbildung zeigt die Rotation des magnetischen Pols um den Rotationspol auf der Nord- und Südhalbkugel. Der Rotationspol ist blau, der magnetische Pol rot markiert. Diese Verschiebung beeinflusst die Intensität geomagnetischer Stürme.
"Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse darüber, wie die zeitliche Dynamik des Erdmagnetfelds geomagnetische Stürme verstärkt oder abschwächt. Das ist ein entscheidender Schritt für präzisere Vorhersagemodelle."
Alberto Montanari, Chefredakteur, AGU Advances
Praktische Bedeutung für Technologie und Gesellschaft
Die Ergebnisse der Studie sind besonders relevant für:
- Betreiber von Stromnetzen, die vor geomagnetischen Stürmen geschützt werden müssen
- Satelliten- und Telekommunikationsunternehmen, deren Infrastruktur anfällig für Störungen ist
- Forschungsinstitute, die an verbesserten Vorhersagemodellen arbeiten
Zitation und Urheberrecht
Die Studie wurde veröffentlicht in AGU Advances und ist unter folgendem Zitat zu finden:
Ghag, K., Lotko, W., Pham, K., Lin, D., Merkin, V., Raghav, A., Wiltberger, M. (2026). Universal time influence on stormtime magnetosphere ionosphere coupling. AGU Advances, 7, e2025AV002071. https://doi.org/10.1029/2025AV002071
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