Eine neue Website namens Halupedia wirbt damit, eine „unendliche“ Enzyklopädie zu sein – doch ihre Einträge existieren nicht wirklich. Jeder Suchbegriff oder Linkklick löst eine KI aus, die spontan einen neuen, erfundenen Artikel generiert. Die Macher beschreiben das Projekt als „Übung in KI-Fabulierung“, bei der die Inhalte im Stil eines seriösen 19. Jahrhunderts-Wissenschaftsjournals präsentiert werden.

„Jeder Link führt zu einem Eintrag, der noch nicht existiert – bis Sie ihn anklicken“, heißt es auf der Projektseite bei GitHub. Die Startseite macht klar, dass es sich um ein Experiment handelt. Doch wer sich in die Einträge vertieft, könnte für einen Moment vergessen, dass alles erfunden ist: Es gibt vermeintliche Zitate aus Fachzeitschriften, Fußnoten und sogar interne Verlinkungen zu weiteren Artikeln. Ein Beispiel ist der Eintrag über „Die große Taubenzählung von 1887“, die angeblich vom „Royal Society for Avian Enumeration (RSFE)“ durchgeführt wurde. Der fiktive Initiator, Sir Reginald Featherton, soll geglaubt haben, eine genaue Taubenzählung sei „entscheidend für die Ressourcenverteilung im britischen Parlament“ gewesen.

Wie funktioniert Halupedia?

Die Website nutzt ein KI-Modell, das bei jedem Klick einen neuen, scheinbar plausiblen Artikel erzeugt. Nutzer können auch eigene Themen vorschlagen – etwa durch die Suche nach „Bullshit“ – und erhalten daraufhin eine Liste erfundener Artikelvorschläge wie „Das gnomische Mandat der zirkulären Argumentation“. Klickt man darauf, „löst“ die KI einen angeblichen wissenschaftlichen Disput und präsentiert einen neuen, vollständig halluzinierten Text.

Um eine gewisse Konsistenz zu wahren, haben die Entwickler eine „Write-Forward“-Funktion implementiert. Diese stellt sicher, dass zukünftige Artikel bestimmte „kanonische“ Fakten berücksichtigen, um Widersprüche zu vermeiden. „Die KI weiß, dass alles erfunden ist, darf sich aber nicht selbst widersprechen“, erklärt die Projektbeschreibung. Dennoch gibt es Fehler: So behauptet ein Artikel, die RSFE habe sich 1927 aufgelöst, während ein anderer Eintrag das Jahr 1891 nennt.

Problematische Inhalte und Grenzen des Experiments

Wie viele unregulierte Internetprojekte zieht auch Halupedia problematische Nutzer an. Einige der meistbesuchten Artikel enthalten rassistische oder diskriminierende Titel. Die KI selbst scheint solche Inhalte zwar zu ignorieren, doch die Macher räumen ein, dass das Projekt nicht für alle geeignet ist. „Es ist ein Experiment – nicht für jeden Geschmack“, heißt es in der Projektbeschreibung.

Trotz der absurden und teilweise fragwürdigen Inhalte zeigt Halupedia, wie weit KI-generierte Inhalte gehen können – und welche Herausforderungen damit verbunden sind. Ob als satirisches Kunstprojekt oder ernsthafte Studie: Die Website wirft wichtige Fragen über die Grenzen und Risiken von KI auf.

Quelle: Futurism