Ein anonymer Künstler hat mit einem scheinbar harmlosen Post für Aufsehen gesorgt: Er veröffentlichte ein echtes Gemälde von Claude Monet und behauptete, es sei von einer KI generiert. Die Reaktionen der Nutzer fielen erwartungsgemäß scharf aus – bis sich herausstellte, dass das Bild tatsächlich ein Original war.

Ein Experiment mit unerwarteter Wirkung

Der Künstler, der sich hinter dem Pseudonym SHL0MS verbirgt, postete am 12. Mai 2026 auf X (ehemals Twitter) ein beschnittenes Bild eines Monet-Gemäldes aus dem Jahr 1915 mit dem Titel „Seerosen“. Dazu schrieb er:

„Ich habe gerade ein Bild im Stil eines Monet mit KI generiert. Bitte beschreibt so detailliert wie möglich, warum es einem echten Monet unterlegen ist.“

Die Reaktionen der Nutzer waren schnell und vernichtend. Viele kommentierten, das angebliche KI-Bild wirke „inkohärent“, „künstlich“ oder „überladen“. Einige bezeichneten es als „offensichtlichen KI-Schrott“ und verglichen es mit den Werken eines „Kunststudenten“. Andere warfen dem Bild vor, es fehle die emotionale Tiefe und der revolutionäre Stil Monets.

Die große Enthüllung

Doch die vermeintlichen KI-Kritiker lagen falsch: Das Bild war tatsächlich ein Original von Monet. Es hängt in der Neuen Pinakothek München und stammt aus Monets später Schaffensphase. Der Künstler selbst bestätigte dies später in einem Tweet.

Die Reaktionen auf die Enthüllung fielen gespalten aus. Einige Nutzer nutzten die Situation, um die pauschale Ablehnung von KI-Kunst zu kritisieren. Andere lobten die täuschend echte Qualität des Gemäldes – selbst von Experten.

Experten analysieren das vermeintliche KI-Bild

Der Maler Kendric Tonn, der sich auf Ölmalerei spezialisiert hat, analysierte das Bild und kam zu einem überraschenden Schluss:

„Die Leute sagen, es fehle an Tiefe – aber es gibt eine klare Ebene mit den Seerosen und einen invertierten Raum durch die Weidenreflexion. Die Pinselstriche wirken sehr glaubwürdig, auch wenn sie dünner sind als bei den meisten Monets. Das wäre bei einem sehr späten Werk plausibel.“

Tonn betonte, dass es sich zwar nicht um ein Top-Werk Monets handle, aber durchaus ein überzeugendes. Andere Experten bestätigten, dass das Bild aus technischer Sicht kaum von einem echten Monet zu unterscheiden sei.

Was die Debatte über KI-Kunst verrät

Der Vorfall zeigt, wie schnell Nutzer dazu neigen, KI-generierte Kunst pauschal abzulehnen – selbst wenn sie von einem echten Meisterwerk kaum zu unterscheiden ist. Gleichzeitig wirft er Fragen auf: Wie gut können wir zwischen KI-Kunst und Originalen unterscheiden? Und: Wie sehr beeinflussen unsere Vorurteile unsere Wahrnehmung?

Der Künstler SHL0MS kommentierte die Reaktionen mit den Worten: „KI-Kunst gewinnt wieder – diesmal durch Täuschung.“

Quelle: Futurism